70 Mal arbeiten Groß und Klein Hand in Hand

In der Projektgruppe der Seifenkistenbauer war auch handwerkliches Geschick gefragt.
In der Projektgruppe der Seifenkistenbauer war auch handwerkliches Geschick gefragt.

Gemeinsame Projektwoche der Schulen in der GSF mit 2000 Schülern

Die Gesamtschule Fröndenberg ähnelt in dieser Woche einem Bienenstock: Hunderte Kinder und Jugendliche wuseln vor und in den Klassenräumen, in den Gängen, um die Schule und in den Turnhallen herum. Jeder hat eine Aufgabe, jeder ein Projekt. Und zusammen bilden sie trotz großer Altersunterschiede eine Einheit – die gemeinsame Projektwoche der Fröndenberger Schulen.

Das schulische Epizentrum der Ruhrstadt liegt in der Gesamtschule. „Wir haben mehr als 2000 Schüler hier – neben unseren eigenen die dritten und vierten Klassen der Overbergschule und der Gemeinschaftsgrundschule sowie Schüler der Soden-kampschule. Die Sonnenberg- und die Bodelschwinghschule veranstalten in diesem Jahr eine eigene gemeinsame Projektwoche“, erklärt Brigitte Walther, die didaktische Leiterin der Gesamtschule. Alle zwei Jahre machen die Gesamtschule und die Fröndenberger Grundschulen sonst die Projektwoche gemeinsam – auch, wenn die Altersunterschiede zwischen Gesamt- und Grundschülern ziemlich frappierend sind. „Die älteren Schüler sollen durch die Projektwoche allerdings auch lernen, Verantwortung für die Kleineren zu übernehmen. Und die Grundschüler sollen einfach mal schauen, was man alles so machen kann.“

Machen können die Schüler in dieser Woche so einiges – vom Japanisch-Projekt, in dem Schriftzeichen, Mentalität, Essen und Spielformen aus dem asiatischen Land kennengelernt werden; über ein Secondhand-Projekt, in dem die Schüler lernen, aus alten Sachen Neue zu schneidern; bis hin zum Faschismus-Projekt, das wegen seiner Komplexität jedoch dem zwölften Jahrgang vorbehalten ist. „Insgesamt haben wir mehr als 70 Projekte“, erklärt Walther. Per Internet konnten sich die Schüler im Vorfeld drei Projekte aussuchen – anschließend wurde eines per Zufall zugelost. Unzufriedenheit ausgeschlossen.

In den Turnhallen der GSF ist die Unzufriedenheit dagegen nicht ganz zu verheimlichen – doch nicht das Projekt ist schuld, sondern der eigene Anspruch. Hier trainiert die Varieté-Gruppe, die gleichzeitig eine der meistbesuchten Gruppen in dieser Woche ist. 45 Schülerinnen und Schüler werden von drei Lehrern in die Welt der Akrobatik, Artistik und Geschicklichkeit eingeführt. Es drehen sich Teller auf Stöcken, Kegel beim Jonglieren, die Speichen von riesigen Einrädern sowie beim Trampolinspringen auch die Schüler an sich. Besonders hier, beim Varieté, kann man dabei gut sehen, dass das Konzept der Projektwoche funktioniert. „Hier sind Drittklässler und Zehntklässler zusammen“, sagt Walther. Und tatsächlich, es wird geholfen, gestützt und festgehalten, wo es nur geht.

Raus aus der Turnhalle und hinein in den Sonnenschein. „Wir haben so ein Glück mit dem Wetter“, sagt Maria Schmidt und strahlt mit der Sonne fast um die Wette. Schmidt ist für das Garten-Projekt zuständig, welches den Schulgarten winterfest machen soll. „Und wenn es in dieser Woche geregnet hätte, wäre sicher niemand gekommen“, so Schmidt.

(Hellweger Anzeiger, vom 24.10.12)
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