Schülerinnen und Schüler der Gesamtschule Fröndenberg treffen auf das NRW Juniorballett

Ein beeindruckender Unterrichtstag liegt hinter den Schülerinnen und Schülern der Gesamtschule Fröndenberg, die das Fach Darstellen und Gestalten gewählt haben: Das Juniorballett NRW war in der Schule zu Gast, um mit den Schülerinnen und Schülern zu sprechen und vor allem, um zu zeigen, was die jungen Tänzerinnen und Tänzer im Alter von 18 bis 21 drauf haben.

Dehnen, Balancehalten, Springen, Drehen: Was für Normalsterbliche wohl schon drei Tage Muskelkater beschert oder körperlich gar nicht machbar ist, gehört für die Profitänzer von Morgen zum täglichen Aufwärmprogramm. Jeden Tag um 10 Uhr ist eine halbe Stunde Training angesagt, erklärte Ballettdirektor Xin Peng Wang. Bei den morgendlichen Übungen geht es vor allem darum, die Gelenke aufzuwärmen, den Körper zu mobilisieren. Denn ein Balletttänzer muss beides sein: kräftig und beweglich.

Warme Füße, warmer Körper: Trainiert wird nicht nur im Spitzenschuh

Auf den ersten Blick trugen die meisten Tänzer beim moderierten Aufwärmprogramm in der Aula der GSF ganz schön komische Schuhe. Eher sahen die so aus wie Moonboots als wie das, was man sich unter einem Ballettschuh vorstellt. Doch mit der Erklärung des Direktors ergab die irritierende Fußbekleidung Sinn: „Wenn der Fuß warm ist, ist der ganze Körper warm.“ Und beim Aufwärmtraining sollte der Name ja Programm sein.

Nur wenige Worte brauchte der Leiter des Trainings, um eine Bewegungsfolge nach der anderen anzusagen. Die Tänzerinnen und Tänzer verstanden sofort, wussten direkt, was zu tun ist. „Tanz ist wie eine Sprache, Bewegungen müssen in das Körpergedächtnis eingehen; sie müssen einstudiert werden, wie Vokabeln“, erklärte die Theaterpädagogin Heike Buderus, die gemeinsam mit Xin Peng Wang moderierte.

Viele Tänzerinnen und Tänzer beherrschen mehrere Sprachen

Das Einstudieren der Bewegungsabläufe helfe auch in anderen Lebensbereichen, fokussiert zu lernen. Die meisten Tänzerinnen und Tänzer des NRW Juniorballetts beherrschen mehrere Sprachen. Sie kommen aus vielen unterschiedlichen Ländern und trainieren in Dortmund zusammen. Genauso wie von einer Sprache in die andere können sie schnell in andere Tanzstile neben dem klassischen Ballett wie etwa Jazz wechseln.

Begonnen wurde das Aufwärmprogramm an der Stange. Mit immer größeren, ausladenden Bewegungen ging es über zum Training im freien Raum, bis schließlich Sprünge und Pirouetten gezeigt wurden. Und mit der Intensität des Trainings wuchs die Begeisterung der Schülerinnen und Schüler, die auch mal fürs Ballett ganz unüblich im Rhythmus klatschten. „Was für eine Körperbeherrschung“, ging vonseiten der GSF-Lehrer ein Raunen durch die Reihen. Und spätestens bei den abschließenden Drehungen klärte Heike Buderus noch eine wichtige Frage: „Warum wird den Tänzern nicht schwindelig?“. Antwort: Sie fokussieren einen Punkt, blenden die Bewegung dazwischen einfach aus.

Das Juniorballett besucht Schulen im Regierungsbezirk Arnsberg

Das NRW Juniorballett besucht aktuell Schulen im Regierungsbezirk Arnsberg. Motto des Besuchstages an der Gesamtschule Fröndenberg war „Tanz und Theater“. Im Herbst 2014 gründete Dortmunds Ballettdirektor Xin Peng Wang mit Unterstützung der nordrhein-westfälischen Landesregierung das NRW Juniorballett. Es besteht aus zwölf besonders talentierten Absolventen von Tanzakademien aus aller Welt und ist dem Ballett Dortmund im Ballettzentrum angegliedert. Neben der Weiterbildung in Form von Blockseminaren und der Bühnenpraxis am Ballett Dortmund setzt die Entwicklung eigener Produktionen einen künstlerischen Schwerpunkt.

(Hellweger Anzeiger, 29.05.2019)

Menü