Teilnahme an einer Simulation des Europäischen Parlaments

„Raus aus der Komfortzone!“ sagte Niklas Schramm aus dem EF-SoWi-Kurs mit einem erwartungsvollen Blick und der Hoffnung auf einen interessanten Tag. Er erhoffte sich im Vorfeld eine kontroverse Diskussion, in der er sowohl seinen Standpunkt vortragen und verteidigen als auch andere Positionen aufnehmen und verhandeln kann. Er freute sich auch darauf, direkt einen (wenn auch simulierten) politischen Prozess mitzuerleben und somit im besten Fall durch interessante Diskussionen Spaß und Lernen verknüpfen zu können.

Planspiel im Dortmunder Rathaus

23 Schülerinnen und Schüler der GSF schlüpften im Rahmen eines Planspiels in die Rollen von Abgeordneten des Europäischen Parlaments. Die Schülerinnen und Schüler wurden im Vorfeld den Fraktionen EVP, S&D, Grüne/EFA, Renew Europe und EKR zugeordnet und konnten sich somit schon mit den Positionen vertraut machen, die die jeweilige Fraktion zum Thema „Verteidigungsunion“ vertritt. Diskutiert wurde also, ob und inwiefern die EU eine gemeinsame europäische Armee etablieren soll.
Die Organisation Europe Direct hatte in Kooperation mit den Jungen Europäischen Föderalisten zu dieser Veranstaltung ins Dortmunder Rathaus eingeladen.

Wie im politischen Tagesbetrieb

Durch mehrere Beratungssitzungen innerhalb der Fraktionen und dazwischenliegende Pausen konnte ein realistischer Einblick in die formellen und informellen politischen Austauschprozesse erlebt werden.
Dilay, Daniil und Jennifer konzentrierten sich bei ersten fraktionsinternen Gesprächen der Renew Europe auf Änderungen im Bereich der Finanzierung einer gemeinsamen Verteidigungsunion, die stärker an der Wirtschaftsleistung eines Staates orientiert sein sollte. Darüber hinaus stand die Cyberüberwachung als Diskussionspunkt auf der Agenda. Paula, Niklas und Anika sprachen sich gemeinsam mit ihrer EVP-Fraktion zunächst gegen einen Oberbefehlshaber der Verteidigungsunion aus.

Memmet Ider, Student der Sozialwissenschaften und freiwilliger Mitarbeiter bei den Europäischen Föderalisten, stand den Schülerinnen und Schülern unterstützend zur Seite. So wie fünf weitere Ehrenamtliche half er bei der Durchführung der Fraktionssitzungen. Nach der ersten Sitzung resümierte er, dass die Schülerinnen und Schüler im Laufe der Gespräche eine zunehmende Beteiligung zeigten und nach und nach auftauten.

Angeregte und kontroverse Diskussionen zur Verteidigungsunion

Nach der zweiten fraktionsinternen Besprechung war das Eis gebrochen und anregende Gespräche, ein reger Austausch und hitzige Diskussion entfacht. Auf den Fluren des Rathauses versuchten die verschiedenen Fraktionen sich gegenseitig von ihren Standpunkten zu überzeugen, mögliche Koalitionspartner zu finden und sich strategische Vorteile zu verschaffen.
Felix diskutierte beispielsweise sehr angeregt mit Vertretern verschiedener Fraktionen und versuchte die Positionen der EFA schmackhaft zu machen.
Nach der dritten Beratungsphase und unzähligen anregenden Diskussionen, bot eine Mittagspause die Möglichkeit, die Kraftreserven für den Höhepunkt des Tages, die Sitzung des Europäischen Parlaments, aufzuladen.
Doch auch während der Mittagspause wurde die letzte Gelegenheit für informelle Gespräche mit der eigenen oder mit anderen Fraktionen genutzt.

Plenarsitzung des Europäischen Parlaments

Die Plenarsitzung stellte den Höhepunkt des Tages dar. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler ihre Positionen vortragen, diskutieren und gegeneinander abwägen. Im Plenarsaal ergaben sich mehrere klare, aber auch knappe Entscheidungen zu den vorgeschlagenen Gesetzesentwürfen.
Dabei ergab sich zunehmend eine rege Diskussionsstimmung, die interessante Einblicke in den politischen Entscheidungsprozess zuließ.
Die Schülerinnen und Schüler mussten dabei einige komplexe Entscheidungen klären, abwägen und schlussendlich treffen.
Hier spielte die Zeit klar für die Fröndenberger Schülerinnen und Schüler, die mit fortschreitender Debatte immer aktiver partizipierten und Entscheidungen maßgeblich beeinflussen konnten.
So gelang ihnen eine klare Rollenübernahme, die sich durch die souveräne Übermittlung sowohl der Inhalte als auch der Nutzung eines politikgerechten Sprachgebrauchs äußerte.

Als sich der diskussionsreiche, spannende und lehrreiche Tag dem Ende zu neigte und die Schülerinnen und Schüler ihr Amt als Parlamentarier niederlegten, resümierten sie, dass die zufällige Zuordnung zu den jeweiligen Fraktionen zunächst etwas befremdlich war, da viele nicht ihre eigene politische Position vertreten konnten, letztendlich aber zu sehr interessanten Einblicken in die Perspektivenvielfalt der Politik führte.

Der Schritt aus der Komfortzone war geglückt und der Tag ein voller Erfolg!

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