Lernen in Corona-Zeiten – Update vom 7.5.2020

„Ab Montag: Schule für alle!“ solche Schlagzeilen versprechen mehr als die schulische Realität ab Montag bieten kann. Sie treffen auf Eltern und Schülerinnen und Schüler, die die Präsenz von Lehrerinnen und Lehrern herbeiwünschen. Die neuen Vorgaben für die Schulen können diese Erwartungen aber nicht erfüllen. Hygieneregelungen wie, “Zur Einhaltung der Hygienevorschriften können nicht mehrere Lerngruppen nacheinander in demselben Raum unterrichtet werden.” und die eingeschränkten personellen Möglichkeiten durch Ausschluss von Risikogruppen im Präsenzunterricht setzen enge Grenzen. Wer die letzte Schulmail mit den drei Anlagen zur Kenntnis nimmt, kann sich ein Bild machen, vor welchen Herausforderungen Schulleitungen und Schulträger stehen, um den Auflagen des Infektionsschutzes gerecht zu werden. Relevante Auszüge aus der Schulmail finden Sie hier weiter unten.

Unsere Planung für die nächsten beiden Wochen haben wir den neuen Vorgaben angepasst und den Jahrgang Q1 mit einbezogen. Eine Ausweitung des Not-Unterrichtsangebotes über die Q1 hinaus ist erst ab dem 26. Mai möglich und wird dann ebenfalls vermutlich nur mit einem Notprogramm einmal wöchentlich pro Jahrgang angeboten werden können.

In der nächsten Woche sind für den 10. Jahrgang und die Abiturienten das Schreiben der Abschlussklausuren vorgesehen (siehe den Blog  „Beginn der Abschlussprüfungen“). Hinzu kommen Unterrichtsangebote für die Q1 am Montag, Mittwoch und Freitag. Über die drei Tage verteilt können wir alle Kurse mit den Schüler*innen, die das Fach schriftlich angewählt haben, berücksichtigen. Durch diese Vorgabe können wir den Raum- und Personalbedarf den Gegebenheiten anpassen. Die Schülerinnen und Schüler erhalten Pläne per Teams. Eindringlich weisen wir auf die Einhaltung der Abstands- und Hygieneregelungen hin und die Vorgaben für die Zuwege zu den Räumen im Anbau und in den Containern sowie die Pausenregelungen.

Wir wünschen allen viel Erfolg bei den Abschlussprüfungen!

Aus der aktuellen Schulmail vom 6.5.2020 (21:47 Uhr):

  • Ab dem 11. Mai 2020 kommen an den Schulformen mit gymnasialer Oberstufe (Gymnasium und Gesamtschule) die Schülerinnen und Schüler der Qualifikationsphase 1 in die Schule. Sollten zu diesem Zeitpunkt darüber hinaus räumliche und personelle Kapazitäten zur Verfügung stehen, ist die Beschulung weiterer Lerngruppen bzw. Jahrgangsstufen möglich. In den Weiterbildungskollegs kommen die Studierenden des fünften Semesters hinzu, die im Herbst ihre Abiturprüfungen ablegen, ggfs. auch die des vierten Semesters.
  • Ab dem 26. Mai 2020, dem Tag nach dem Haupttermin der Abiturprüfungen, kommen an den Schulformen mit gymnasialer Oberstufe Schülerinnen und Schüler aus allen Jahrgangstufen im Rahmen der vorhandenen personellen und räumlichen Kapazitäten im annähernd gleichen Umfang bis zum Ende des Schuljahres dazu.

Die an den Schulen einzuhaltenden Abstandsgebote und Hygienevorschriften werden in der Regel zur Teilung von Klassen, Kursen und Lerngruppen führen. Dass dafür an den Schulen unterschiedlich viele Lehrkräfte für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehen, ist uns allen bewusst. Ähnliches gilt für die Raumsituation.

Auch unter Berücksichtigung der oben genannten Verbändegespräche gelten für eine Ausweitung des Unterrichts an den allgemeinbildenden weiterführenden Schulen bis zu den Sommerferien folgende Vorgaben:

  • Vorrang hat die Durchführung von Abiturprüfungen sowie der schriftlichen Prüfungsarbeiten, die anstelle der landeseinheitlich gestellten Aufgaben in Deutsch, Englisch und Mathematik im Abschlussverfahren zum Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und zum mittleren Schulabschluss geschrieben werden.
  • Für Schülerinnen und Schüler im ersten Jahr der Qualifikationsphase, die im kommenden Schuljahr das Abitur anstreben, soll sichergestellt werden, dass – soweit erforderlich – eine Klausur in diesem Schulhalbjahr geschrieben wird, um so zu einer angemessenen Leistungsbeurteilung kommen zu können.
  • Darüber hinaus sollen alle Schülerinnen und Schüler aller Jahrgangsstufen und aller Schulformen bis zu den Sommerferien Präsenzunterricht erhalten, auch wenn dies nur an einzelnen Tagen möglich sein sollte.
  • Alle Jahrgangsstufen sind dabei schulintern in vergleichbarem Umfang mit einer Mischung aus Präsenz- und Distanzlernen zu unterrichten, beispielsweise durch ein tageweises Rollieren.
  • Alle Schulen sollen, auch im Interesse der Eltern, einen transparenten und verbindlichen Plan erarbeiten, aus dem ersichtlich wird, an welchen Tagen die verschiedenen Lerngruppen bis zu den Sommerferien Präsenzunterricht haben. Hierbei ist zu beachten, dass die festgelegten beweglichen Ferientage weiterhin Bestand haben. Gleichwohl finden am Freitag, 22. Mai 2020 die Abiturprüfungen im Fach Mathematik statt.
  • Auf eine Vorgabe, welche Fächer vorrangig in Präsenzform zu unterrichtet sind, wird angesichts der unterschiedlichen Situation in den Schulen und mit Blick auf die Gesamtheit der für den Präsenzunterricht zur Verfügung stehenden Lehrkräfte verzichtet. Dies gilt nicht für die Vorbereitung auf die schriftlichen Prüfungsarbeiten in Deutsch, Mathematik und Englisch für Schülerinnen und Schüler, die den Hauptschulabschluss nach Klasse 10 oder den mittleren Schulabschluss erwerben wollen.
  • Die Notbetreuung für Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufen 5 und 6 ist aufrechtzuerhalten.
  • Aus Gründen des Infektionsschutzes sollen in der Sekundarstufe I feste und permanente Lerngruppen gebildet werden (z.B. unter derzeitigem Verzicht auf äußere Fachleistungsdifferenzierung und Wahlpflichtkurse mit Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Klassen).
  • Der Präsenzunterricht wird auch an Ganztagsschulen in der Sekundarstufe I auf den Vormittag beschränkt. Ein Ganztag findet bis zu den Sommerferien aus Gründen des Infektionsschutzes (u.a. Mensa-Betrieb, Durchmischung von Schülergruppen) in der Sekundarstufe I nicht statt.
  • Zur Einhaltung der Hygienevorschriften können nicht mehrere Lerngruppen nacheinander in dem selben Raum unterrichtet werden. Daher findet kein Schichtbetrieb statt.
  • Eine Ausdehnung der Unterrichtszeit auf den unterrichtsfreien Samstag erfolgt nicht.
  • Angesichts der für dieses Schuljahr geänderten schulrechtlichen Grundlagen soll auf Klassenarbeiten weitgehend verzichtet und stattdessen anderen Wegen der Leistungsbeurteilung der Vorrang gegeben werden. Einzige Ausnahme bilden hier die schriftlichen Prüfungsarbeiten, die an die Stelle der landeseinheitlich gestellten Aufgaben im Abschlussverfahren zum Hauptschulabschluss nach Klasse 10 und zum mittleren Schulabschluss geschrieben werden. Hinweise zur Erstellung dieser Prüfungsarbeiten finden Sie im Anhang dieser SchulMail.
  • Der Präsenzunterricht soll in den kommenden Wochen auch dazu dienen, den wichtigen Beziehungskontakt zwischen Schülerinnen und Schüler und Lehrkräften zu sichern und damit auf die jeweiligen Bedürfnisse der Schülergruppen in den Zeiten von Corona einzugehen. Zudem soll er dazu beizutragen, die Möglichkeiten eines Lernens auf Distanz zu verbessern und entsprechende Grundlagen dafür zu optimieren.“

Alle Informationen des Schulministeriums finden Sie unter: https://www.schulministerium.nrw.de/docs/Recht/Schulgesundheitsrecht/Infektionsschutz/300-Coronavirus/.

Für alle Umsetzungen der Vorgaben des Ministeriums an der Gesamtschule Fröndenberg gilt, dass der Infektionsschutz für Schulträger und Schule höchste Priorität. hat So kommt es, dass wir zur Sicherung der Abstandsregeln mehr als das Doppelte an Klassenräumen und Lehrkräften einsetzen müssen. Die eingesetzten Räume mit allen Flächen, Türgriffen, etc. müssen nach jeder Nutzung desinfiziert werden. Die Zuwege sind so zu organisieren, dass die Abstands- und notwendigen Hygieneregelungen eingehalten werden. Unter diesen Bedingungen kann bis zu den Ferien kein Regelunterricht stattfinden.

Für alle Jahrgänge findet der Unterricht aus den oben genannten Gründen weiterhin materialgestützt über digitale Medien statt. Klassenleitungen und Kurslehrkräfte unterstützen dabei die Schülerinnen und Schüler und Eltern nach Kräften.

Sollten Schülerinnen und Schüler nicht die Möglichkeit haben, diese Strukturen zu nutzen, können sie über das Sekretariat der Schule mit Lernmaterialien versorgt werden.

Die GSF ist aufgrund der bereits eingerichteten digitalen Infrastruktur gut aufgestellt und es findet gerade eine aktive Auseinandersetzung mit dieser Form des Lernens statt. Dies stellt Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte weiterhin vor große Herausforderungen. Probleme werden benannt, es wird ausprobiert und sich ausgetauscht und schließlich werden Lösungen gefunden. Für viele Fragen finden Sie hier Anleitungen:

FAQ – digitales Lernen

Auf unserer Schüler-Website ist eine umfangreiche FAQ entstanden, die ständig aktualisiert wird:
https://schuelerzeitung.gesamtschulefroendenberg.de/faqs-o365/

coole tools

Das digitale Lernen bietet viele Möglichkeiten, die nicht immer einen unterrichtlichen Mehrwert darstellen. Auf unser Schüler-Website veröffentlichen wir in der Kategorie „coole tools“ digitale Werkzeuge, die aus unserer Sicht eine Bereicherung des Unterrichts darstellen und auch in der derzeitigen Situation einen qualifizierten digitalen Unterricht ermöglichen.
https://schuelerzeitung.gesamtschulefroendenberg.de/coole-tools/

Auch das Regionale Bildungsnetzwerk hat eine Linksammlung zu Bildungsmaterialien, Selbstlernprogrammen und weiteren digitalen Angeboten für die Beschäftigung zu Hause zusammengetragen, die  sich an verschiedene Zielgruppen richtet.

Home-Office wird für viele Schüler und Lehrer zum Problem

Im Home-Office lernen und arbeiten Schüler und Lehrer der Gesamtschule Fröndenberg.

Vom „Digitalpakt Schule“ profitiert auch die Gesamtschule Fröndenberg bei der laufenden Modernisierung des Gebäudes. Im wegen Corona verordneten Home-Office der Schüler und Lehrer kommt es nun aber zum Schwur: Daheim haben gar nicht alle Schülerinnen und Schüler einen tauglichen Rechner.

Schulleiter Klaus de Vries hat vor Kurzem eine Online-Umfrage gestartet: Wie kommen die Schüler mit dem Lernen im Kinderzimmer zurecht? Immerhin die Hälfte der rund 1200 Gesamtschüler meldete sich bis Dienstag zurück.

Grundsätzlich laufe es zwar „wunderbar“. „Eines macht mir aber Sorge“, sagt Klaus de Vries: Der technische Zugriff auf die Hausaufgaben, die die Lehrer ihren Schülern seit dem 16. März über das Windows-Programm „Teams“ zukommen lassen, ist mal besser und mal schlechter möglich.

Lauri (9. Klasse, v.l.), Tarmo (7. Klasse) und Freja Schuldt (11. Klasse) aus Frömern lernen zuhause: Weil die Gesamtschule Fröndenberg infolge der Ausbreitung des Coronavirus vorerst geschlossen ist, müssen die drei Geschwister mit Hilfe des Programms „Teams“ lernen und Aufgaben lösen. Privat

Allein unter den bislang 600 Rückmeldungen befinden sich 110 Schülerinnen und Schüler, die den Unterrichtsstoff ausschließlich an ihrem Smartphone empfangen können. „Da ist die Bearbeitung natürlich schwierig“, sagt Klaus de Vries.

Von den übrigen Schulkindern, die an einem Computer oder I-Pad die gestellten Aufgaben lösen und ihren Lehrern ihre Resultate zusenden können, erhalte er ein durchweg positives Feedback.

Darunter befinden sich viele Schüler, die an der GSF in einer sogenannten I-Pad-Klasse angemeldet worden sind: Im Unterricht dieser Klassen wird auch schon ganz regulär digital gebüffelt.

„Die sind fein raus“, sagt Klaus de Vries – denn die Eltern der I-Pad-Schüler konnten sich die Finanzierung der Endgeräte leisten. Nicht so Eltern, die finanziell vielleicht schwächer gestellt sind.

Die augenblickliche Notsituation, zuhause lernen zu müssen, zeige jetzt eindrücklich, woran es noch fehlt: Das Bildungs- und Teilhabepaket des Bundes sieht „digitales Lernen“ für Bedürftige bisher gar nicht vor. „Da muss Politik unbedingt nachsteuern“, appelliert Klaus de Vries im Sinne fairer Bildungschancen. Es gibt allerdings an der GSF auch eine erfreuliche Tendenz: Von den 160 soeben angemeldeten künftigen Fünftklässlern sind über 100 von ihren Eltern in den I-Pad-Klassen angemeldet worden.

Drei von fünf Eingangsklassen ab dem Schuljahr 2020/21 dürften also voll digitalisiert arbeiten können. Das sei wieder ein Schub für die GSF. „So tragisch es auch für die anderen Schüler ist“, so de Vries.

Sehr gute Erfahrungen haben unterdessen Freja, Tarmi und Lauri Schuldt aus Frömern in den letzten Tagen mit dem Lernen im elterlichen Esszimmer in Frömern gemacht.

„Die Arbeit mit Teams läuft super! Wir können direkt auf die Aufgaben zugreifen und im Chat Fragen an unsere Lehrer und Mitschüler stellen“, schreibt Freja Schuldt an die Redaktion – natürlich per WhatsApp-Nachricht.

Das funktioniert gut, solange man ein Notebook oder Laptop besitzt – das haben aber längst nicht alle Schüler.

Die Lehrer tragen in einem Extra-Feld Abgabefristen ein, „so kann ich mir meinen eigenen Zeitplan erstellen“, erklärt Freja Schuldt.

Die Arbeitsergebnisse lädt sie bei Teams hoch – die Lehrer korrigieren danach und erläutern bei Bedarf die Lösung.

Dienstgeräte gibt es nicht. Die Lehrer tun das durchweg an privaten Geräten. Klaus de Vries sieht dadurch auch den Datenschutz gefährdet. Die Landesregierung und die Schulträger stritten sich bis heute darüber, ob Land oder Kommune die Lehrer-Geräte bezahlen müssen.

Bei aller Kritik meisterten alle die Zwangslage aber gut. Es müsse auch kein Schüler Sorge haben, vom digitalen Unterricht abgenabelt zu sein. Klaus de Vries: „Da greifen wir auch zum Telefon.“

(Hellweger Anzeiger, vom 31.03.20)

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