Videokonferenz mit Damian Boeselager

Während der Corona Pandemie sind Spontanität und die Verlagerung von Veranstaltungen in den digitalen Raum häufig unumgänglich. So wurde auch eine ursprünglich als Podiumsdiskussion mit einem Mitglied des Europäischen Parlaments geplante Veranstaltung in eine Begegnung per Zoom-Konferenz umgewandelt.

15 Schülerinnen und Schüler der EF und der Q1 der Gesamtschule Fröndenberg bekamen dabei die Möglichkeit mit dem Parlamentarier Damian Boeselager (Volt) ins Gespräch zu kommen und einen Einblick in seinen Arbeitsalltag innerhalb der EU-Politik zu gewinnen.

Damian Boeselager

Damian Boeselager ist seit der Europawahl 2019 Mitglied im Europäischen Parlament und Teil der Fraktion Die Grünen / EFA (Europäische Freie Allianz). Er ist in den Ausschüssen Industrie, Forschung und Energie, Bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres, Konstitutionelle Fragen und im Haushaltsausschuss vertreten.

Darf ich „Du“ sagen?

Florian P., ein GSF-Schüler der Q1 ergriff die Initiative, stellte die Gesamtschule Fröndenberg kurz vor und verortete diese geografisch. Er nutzte auch gleich die Gelegenheit, den etwas direkteren Kontakt zu dem Politiker herzustellen und bot diesem das Du an. Boeselager, der Jugend zugewandt, akzeptierte das Angebot direkt und das Eis war schleunigst gebrochen.
„Die Energie, mit der Volt zusammenarbeitet, begeistert mich jeden Tag aufs Neue.“
Der Parlamentarier berichtete von seinem Werdegang in der Politik und nannte den Brexit als schockierendes Erlebnis, welches ihn und seine zwei Mitbegründer*innen zur Gründung einer paneuropäischen Partei veranlasste, die dann schlussendlich eine europaweite Bewegung nach sich führte. Die Kernidee seiner Partei ist ein demokratischeres und transparentes Europa zu schaffen, das mehr Verantwortung übernimmt.

#LeaveNoOnebehind

Boeselager setzte sich auch besonders für die Situation der Geflüchteten auf Lesbos ein und war auch selbst vor Ort. In diesem Zusammenhang unterstützte er die Aktion #LeaveNoOnebehind, bei der es darum geht, die Menschen aus dem Flüchtlingslager Moria herauszuholen.
„Was halten Sie eigentlich von dem Umgang der Politik mit dem Corona Virus?“
fragte Mara, um eine Einschätzung Boeselagers zum aktuellen Thema der Stunde zu erhalten. Dieser attestierte Deutschland einen prinzipiell guten Umgang, stellte aber klare Probleme bei der europäischen Zusammenarbeit und einer guten europäischen Ressourcennutzung heraus, die durch eine bessere Abstimmung zu optimieren sei. Darüber hinaus kritisierte er das Verhalten einiger Verschwörungstheoretiker, die im Zuge der Anti-Corona-Demonstrationen ihre verquere Welt auf größerer Bühne teilten.
Auf die Frage eines europäischen Föderalismus in mittelfristiger Zukunft, positionierte sich Boeselager insofern, dass er die Relevanz der EU unterstrich und betonte, dass er sich zumindest für die Zukunft weniger Alleingänge europäischer Staaten erhoffe.
Luuk fragte nach den Auswirkungen eines harten Brexits für Deutschland und bekam weniger Zahlen, als vielmehr die Wehklagen eines Parlamentariers zu hören, der wirklich für Europa brennt. Boeselager stellte die Nachteile dar, die sich für Großbritannien und auch die EU ergeben, da durch die geografische und historische Verbundenheit natürlich neben einer wichtigen wirtschaftlichen auch eine relevante soziale Verbindung besteht.

Der European Green Deal

Für das Konzept der Europäischen Kommission, welches zum Ziel hat, Europa als ersten Kontinent klimaneutral zu machen, interessierte sich Simon B. und bat deshalb den EU-Parlamentarier, um seine Einschätzung zu diesem großen Unterfangen. Gemäß seiner Fraktionszugehörigkeit äußerte sich dieser demgegenüber positiv, verwies aber dennoch auf das Problem der gering angesetzten Geldmittelbereitstellung.
Wie hat sich die Arbeit während der Corona-Pandemie verändert?
Der Politiker berichtete von seinen Erfahrungen mit Videokonferenzen über Zoom, die er als enorm zeitsparend einstuft. Durch die gewonnene Zeit konnte er sich mehr der Schreibtischarbeit widmen und es ergab sich ein erweitertes Zeitfenster, um mit seiner Freundin zu kochen und sich um private Angelegenheiten zu kümmern.
Die Ausführungen des Politikers wurden somit auch um kleine private Einblicke ergänzt und somit konnte ein guter Einblick in seinen Alltag als EU-Parlamentarier gewonnen werden.
Für Simon stand bezüglich der Lösung über die Zoom-Konferenz schlussendlich fest: „Das war in Anbetracht der Corona-Pandemie eine ‚Runde Sache‘.“

Verfasser: Marc Schnettler

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