Leben in zwei Welten

Schülerinnen und Schüler, Eltern und Lehrkräfte erleben die Zeit des Lockdown-light als ein Leben in zwei Welten. Während in Betrieben und Behörden nicht erforderliche Kontakte in der Belegschaft und mit Kunden möglichst vermieden werden sollen, wird der „Regelbetrieb“ in Schulen ausdrücklich vorgeschrieben. Hier darf auch der Mindestabstand unterschritten werden, im öffentlichen Raum nicht. Freizeit- und Amateursportbetrieb sind untersagt, Schulsport mit Einschränkungen erlaubt. Vereinsversammlungen sind nur unter besonderen Bedingungen erlaubt, die Versammlungen von Mitwirkungsgremien auch mit 50 Teilnehmern erlaubt. Die Corona-Betreuungsverordnung erlaubt in Schulen die tägliche Großveranstaltung mit über 1000 Personen, die nicht einmal in einem Fußballstadion zusammenkommen dürfen.

Alles zum Wohle der Schülerinnen und Schüler?

Nach den Sommerferien haben sich Schülerinnen und Schüler und Lehrkräfte auf die Begegnung gefreut. Mit zunehmendem Infektionsgeschehen haben sich Sorgen und Nöte eingestellt. Die Freude ist mehr als getrübt, wenn es dann zu Infektionen kommt. Insbesondere in der Oberstufe kann es schnell zu Infektionsketten kommen. Im Kurssystem kommen die Schülerinnen und Schüler und die Lehrkräfte täglich in unterschiedlichsten Konstellationen zusammen. Und wie wir leidvoll wahrnehmen, selbst unter Klausurbedingungen mit Abstand ist die Ansteckungsgefahr gegeben. Da braucht es keine privaten Treffen.

Es hat sich gezeigt, wie wichtig die Ausrufung weiter einschränkender Kontaktverbote ist. Treffen, die im Oktober noch erlaubt waren, wirken nach und führen heute unter anderem zu Ansteckungsfällen und Quarantänemaßnahmen. Hier geht es also nicht um Schuld. Infizieren können sich Schülerinnen und Schüler auch ohne Feiern und tragen diese dann in die Schule. Die Aufrechterhaltung des Schulbetriebes hat also ihren Preis!

Werden die in den Schulen entstehenden Sorgen und Nöte ernst genommen?

Schulleitungen und Lehrkräfte tun dies schon im eigenen Interesse. Schulträger unterstützen mit kostspieligen Maßnahmen. Nicht nur die Heizkosten werden so manches Loch in die Stadtkassen reißen.

Wie geht die Gesamtschule Fröndenberg damit um?

Die Schulkonferenz der Gesamtschule Fröndenberg trifft sich am heutigen Donnerstag per Videokonferenz. Was für Vereine und andere Institutionen gilt, macht auch für die Schule Sinn. Kontakte vermeiden, wo es geht, damit möglichst viel Präsenzunterricht möglich bleibt. Erziehung und Lernen benötigt den persönlichen Kontakt. Je jünger die Kinder desto mehr.

Ein Telefongespräch zwischen Eltern und Lehrkräften kann nicht immer die persönliche Begegnung ersetzen. Daher werden wir am Elternsprechtag auch direkte Gespräche unter den Bedingungen des Infektionsschutzes in der Schule ermöglichen. Zu bevorzugen ist allerdings das Gespräch über Distanz. Gut, dass die Schule über ein gutes Wlan-Netz verfügt.

Gibt es unklare Infektionsfälle, prüfen wir, Gruppen für begrenzte Zeit im Lernen auf Distanz zu unterrichten. Sind größere Schülergruppen oder mehrere Lehrkräfte in Quarantäne, bietet das Homeschooling die Chance den Lernprozess fortzuführen.

Was wir brauchen!

Was wir nicht brauchen, ist eine Aktion gegen die Pflicht zum Tragen der Mund-Nase-Bedeckung. Die Initiative „Querdenken 711“ will eine solche deutschlandweit am 9. November an 1.000 Schulen Aktionen durchführen.

Was wir brauchen ist, dass alle Erkrankten gut versorgt werden und gesund werden.

Was wir brauchen sind Rahmenbedingungen, die uns Präsenzunterricht und ggf. gutes Lernen auf Distanz ermöglichen.

Was wir brauchen ist, dass die Sorgen und Ängste in beiden Welten wahrgenommen werden.

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