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Deutschunterricht in der Q2 am Holocaust-Gedenktag mit SORSMC Patin Sophie Domres

Heute war eine besondere Deutschstunde im Grundkurs der Q2 von Frau Laux. Im Kontext des Holocaust-Gedenktages war Menschenrechtsexpertin und GSF-Patin von Schule ohne Rassismus Sophie Domres als Referentin unser Gast.
Thematisiert wurde die Wirkkraft von Sprache mit Blick auf Rassismus und Diskriminierung. Eine Auseinandersetzung und Reflexion von Sprache fand zuvor im Deutschunterricht Anwendung im Zusammenhang mit Sprachvarietäten am Beispiel von Jugendsprache und auch geschlechtergerechter Sprache. Hier wurde uns als Schüler*innen deutlich, was für eine Wirkkraft und Funktion Sprache je nach Kontext haben kann.
Das Zitat „Sprache ist ein wichtiger Schauplatz des Widerstandes gegen Rassismus“ von Susan Arndt, Kulturwissenschaftlerin Uni Bayreuth, zeigte uns Schüler*innen heute auch, wie wichtig Sprache ist, um zum einen diskriminierenden Sprachgebrauch zu erkennen, aber auch, um Sprache als Mittel gegen Ausgrenzung zum Einsatz zu bringen und unsere Stimmen zu erheben.
Die Stunde begann mit Beispielen von alltäglichen Wörtern, die bei genauerer Auseinandersetzung eine negative Behaftung erkennen lassen und folglich eine bestimmte Gruppe diskriminiert. Diese Beispiele machten uns Schüler*innen bewusst, wie weitreichend und wichtig doch die Sprache als Werkzeug zur Diskriminierung ist. Im Dialog folgten weitere Beispiele aus unserem Alltag wie z.B. Straßenschilder oder Trash-TV Formate. Ein Schüler unseres Deutschkurses berichtete uns im Laufe des Dialoges sogar über seine eigenen Diskriminierungserfahrungen. Nach weiteren Beispielen wurde uns mehr und mehr klar, dass wir, als die meist von Diskriminierung „Nicht-Betroffenen“, teilweise gar nicht merken, wenn wir durch unseren Sprachgebrauch eine ungleiche Behandlung von Gruppen vornehmen.
Rassismus, wie wir ihn im engeren Sinne verstehen, ist leider nicht das einzige Gesicht der Diskriminierung. Im weiteren Verlauf der Stunde stellte sich heraus, dass Sexismus, Homophobie und Islamophobie ebenfalls dazu gehören und durchaus verbal ausgeübt werden können. Diskriminierung hat viele Gesichter und sie beginnt nicht physisch, sondern verbal.
Um der Erniedrigung und Benachteiligung entgegen zu wirken, hilft schon die Bewusstmachung und Reflexion des eigenen Sprachgebrauchs.
Denn nicht erst Nathan der Weise lehrte uns im Deutschunterricht, dass wir am Ende schlicht und einfach alle Menschen sind.

Vielen Dank an Sophie Domres, Frau Laux und den Schüler*innen des Deutsch-Grundkurses der Q2.

„Wer die Vergangenheit vergisst, ist dazu verurteilt sie zu wiederholen“ -George Santayana

verfasst von Fabio Randelhoff (Q2)

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