Keine Maskenpflicht mehr für Schüler am Platz: „Ich lasse sie trotzdem auf“

Trotz steigender Inzidenzen gilt für Schüler seit Dienstag (2. November) die Maskenpflicht am Platz nicht mehr. An der Gesamtschule Fröndenberg hat das eine kontroverse Diskussion ausgelöst.

Antonia Schriever und Roberta Pennisi mussten nicht lang überlegen, ob sie weiterhin ihre Masken am Platz tragen wollen. „Ich lasse sie trotzdem auf. In meiner Familie gibt es viele Hochrisiko-Fälle. Daher gehe ich auf Nummer sicher“, sagt Antonia Schriever. Roberta Pennisi ergänzt: „Gerade explodieren die Zahlen, da ist es aus meiner Sicht fahrlässig, die Maske abzunehmen.“

Die beiden Schülerinnen der Gesamtschule Fröndenberg, die im kommenden Jahr ihr Abitur machen, dürften eigentlich seit Dienstag (2. November) die Maske am Platz abnehmen. Die Landesregierung hatte in der vergangenen Woche offiziell bekanntgemacht, dass für Schüler keine Pflicht zum Tragen von Mund-Nase-Bedeckungen mehr besteht, solange sie in Klassen- oder Kursräumen auf festen Sitzplätzen sitzen.

An der Gesamtschule behalten dennoch viele Schüler ihre Maske auf. Ein Blick in den Mathe-Leistungskurs des Abi-Jahrgangs zeigt: Nur ein Lernender trägt keine Maske, alle anderen schon.

„Ein Stück Normalität kehrt zurück“

Lennart Hake findet es dagegen gut, dass es nun keine Maskenpflicht mehr gibt. „Viele meiner Mitschüler sind genauso wie ich geimpft. Wenn ich Corona bekomme, wird es wahrscheinlich nur ein milder Verlauf. Daher habe ich keine Angst mehr vor dem Virus. Dazu lüften wir regelmäßig. Ohne Maske hat man nun wieder ein Gefühl, wie es vor der Pandemie herrschte.“

Er empfindet, dass man die Abschaffung der Maskenpflicht als kleinen Schritt in das gewohnte Leben sehen kann. „Ein Stück Normalität kehrt zurück.“ Frederik Gerlach hat sich für einen Mittelweg entschieden. Er nimmt die Maske ab und zu mal im Unterricht ab – auch um sich besser konzentrieren zu können, wie er selbst sagt.

Während der Diskussion entsteht auch die Frage, ob die neue Regelung nicht nach Grund- bzw. Oberschule oder Jahrgängen unterscheiden sollte. „Für die Grundschulkinder ist die Mimik und Gestik besonders wichtig. Daher hat die Maske dort nochmal eine andere Bedeutung im Vergleich zu den älteren Schülern“, sagt Roberta Pennisi.

„Das Konzept sollte man nochmal überdenken“

Henning Kügler bringt in diesem Zusammenhang auch die Impfquote bei den Jüngeren ins Spiel. „Dort herrscht eine andere Lage bei der Immunisierung. Daher ist dort die Maske nochmal wichtiger.“

Ein ganz anderes Problem wirft dagegen Freja Schuldt auf. „Bei Großveranstaltungen mit tausenden Zuschauern gilt schon länger keine Maskenpflicht mehr und hier wird wegen 20 Schülern in einem Raum diskutiert. Das Konzept sollte man nochmal überdenken.“

Kritik am Zeitpunkt der neuen Regelung

Schulleiter Klaus de Vries meint dazu: „Für Schüler gilt die Schulpflicht, bei einer Veranstaltung kann man selbst entscheiden, ob man dort hingeht. Trotzdem ist die Uneinheitlichkeit ein Problem.“ Auch Robin Droste trägt die Maske weiterhin. „Ich will auch meine Mitschüler schützen. Ich bin ja nicht nur für mich selbst sondern auch für andere mitverantwortlich.“

Kritik gab es unterdessen am Zeitpunkt der Aufhebung der Maskenpflicht am Platz ungünstig. „Gerade nach Halloween, wo es viele Partys gab, ist es ungünstig, dass nun die neue Regelung gilt“, findet Freja Schuldt.

Einig sind sich dagegen alle in einem Punkt: Sie finden es gut, dass die Maskenpflicht auf den Gängen weiterhin bestehen bleibt.

(Hellweger Anzeiger, vom 03.11.21)

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