Zwischen Computergeschichte und Porzellan: Die Q1 besucht die Ausstellung „Robotron“im HMKV

Beim Besuch des HMKV im Dortmunder U hat sich die Q1 mit einer Ausstellung beschäftigt, die Kunst und Geschichte auf ungewöhnliche Weise verbindet: „Robotron. Arbeiterklasse und Intelligenz“. Die Ausstellung dreht sich um die Geschichte von Computern und Mikroelektronik in der DDR und nimmt dabei besonders den Namen Robotron in den Blick, der dort seit den 1960er Jahren eng mit dem technischen Fortschritt verbunden war. Gleichzeitig zeigt die Ausstellung aber auch, dass mit diesen Entwicklungen nicht nur Hoffnungen, sondern auch politische und wirtschaftliche Widersprüche verbunden waren. In der zeitgenössischen Übersetzung des Themas kamen viele interessante Künstlerinnen und Künstler aus der ehemaligen DDR zu Wort.

Spannend war, dass es in der Ausstellung nicht einfach nur um alte Computer oder nostalgische Technik ging. Vielmehr wurde deutlich, wie eng Technik, Politik und Gesellschaft miteinander verknüpft waren. Themen wie Planwirtschaft, Automatisierung, Bürokratie, Wirtschaftsembargos und sogar Spionage spielen in der Ausstellung eine Rolle.

Besonders interessant waren für uns die Porzellanarbeiten von Antye Guenther. Ihre Arbeit „Operation ZWIEBELMUSTER“ verbindet Meissener Porzellan mit der Geschichte von Mikroelektronik und Kaltem Krieg. Ausgangspunkt ist die Erzählung, dass in den 1980er Jahren Informationen zu Computerchips über geheime Wege in die DDR gelangten und dabei sogar Meissener Porzellan als eine Art Bezahlung eine Rolle gespielt haben soll. Guenther greift diese Geschichte auf und macht aus einem Kaffeeservice fast so etwas wie einen geheimen Datenspeicher. Das ist gleichzeitig überraschend, klug und auch ein bisschen schräg — im besten Sinne.

Gerade diese Verbindung aus etwas so Zerbrechlichem wie Porzellan und einem Thema wie Technologie oder Wirtschaftsspionage machte die Arbeit besonders einprägsam. Man schaut erst auf Muster und Material — und merkt dann, dass dahinter eine viel größere Geschichte steckt. Hier wird es dann spannend: viele Werke sahen zunächst ruhig oder unscheinbar aus, erzählten aber bei genauerem Hinsehen von großen politischen, gesellschaftlichen und technischen Zusammenhängen.

Deshalb von uns ein klares JA! zum Besuch der Ausstellung. By the way: am 30.4.26 gibt es noch eine Performance von Antye Guenther vor Ort. Vielleicht sehen wir uns ja?

Weitere Infos gibt es hier: www.hmkv.de