Bergfest für die Arbeiten am zweiten Jahrgangscluster der Gesamtschule Fröndenberg

Trotzdem: „Unvorhergesehenes kann beim Bauen im Bestand immer passieren“, sagt Fachbereichsleiter Ole Strathoff. Daher ist die Architektin auch froh, diesmal mehr Zeit zu haben als beim ersten Clusterbau. Der startete erst im Mai 2018, also zwei Monate später. Und das nächste Jahrgangscluster wird noch mehr Zeit haben. „Den Abbruch werden wir wohl noch in diesem Jahr machen können, um dann im Februar kommenden Jahres mit dem Aufbau zu beginnen“, sagt Bensmann-Wagner. Sie beugt Begehrlichkeiten gleich vor: „Zwei Jahrgangscluster in einem Jahr zu bauen, ist aber schon wegen der schulischen Logistik nicht möglich.“

Trotz Asbestsanierung in den Vorjahren immer noch Schadstoff-Arbeiten nötig

Die Baustelle von heute soll sich also bis nach den Sommerferien verwandeln in fünf niegelnagelneue Klassenräume, zwei Multifunktionsräume, ein Lehrerzimmer sowie eine Teeküche und einen Sanitärtrakt, die sich um ein Forum gruppieren. Außerdem wird die Fassade samt Fenster neu gemacht. Dafür hat die Stadt den kompletten Bereich entkernt – bis auf die Stahlkonstruktion, die stehenbleibt. Trotz umfangreicher Asbestsanierungen in den vergangenen Jahren stellte der Umgang mit den früher verbauten Feuerschutzplatten auch im zweiten Jahrgangscluster wieder besondere Anforderungen.

Drei Innen- und 50 Außenstützen waren noch mit Asbestplatten bestückt

Denn beim Entkernen mussten zunächst drei innenliegende Stahlträger von den Promabest-Platten befreit werden. Wegen der Schadstoffe muss dazu der Träger komplett „eingehaust“ werden, wie die Fachleute sagen. Sodass keine Schadstoffe in die Luft gelangen können. Rund 50 Außenträger waren zwar schon von innen von den Asbestplatten befreit, doch da die Stadt auch die Fassade erneuert, musste die Asbestsanierung an der Außenseite ebenfalls noch erfolgen. „Diese Arbeiten sind so gut wie abgeschlossen“, sagt Bensmann-Wagner. Nur eine der Innensäulen ist noch „eingehaust“, weil die Prüfergebnisse noch ausstehen. Erst wenn diese bescheinigen, dass kein Asbest mehr in die Luft gelangen kann, wird das Gerüst um den Träger abgebaut.

Letzte Fassadenarbeiten voraussichtlich im Juli

Apropos Gerüstabbau: Während die neuen Fenster bereits Ende der Woche eingebaut sein sollen, wird das Gerüst noch etwas länger stehen bleiben müssen. „Wir gehen davon aus, dass die Fassade in drei Wochen fertig ist. Aber dann fehlen noch die farbigen Lüftungsgitter. Und die könnten vielleicht erst im Juli kommen“, hofft die Stadtarchitektin auf schnelle Lieferung. Denn: Je länger das Gerüst steht, desto teurer wird‘s.

Jahrgangscluster zu besichtigen

Die Stadtverwaltung ist stolz auf die Schulsanierung und stellt das erste, bereits fertiggestellte Jahrgangscluster beim Tag der Architektur vor.
Interessierte können sich am 29. und 30. Juni jeweils von 11 bis 15 Uhr die fertigen Räumlichkeiten im Schulgebäude, Im Wiesengrund 7, ansehen.
Bis dahin, kündigt Stadtarchitektin Sabine Bensmann-Wagner an, wird noch einmal feinjustiert, sprich: die bereits entstandenen Gebrauchsspurenwerden beseitigt.

Lichtkuppel über dem Forum fehlt, daher Lichtbänder-Lösung

„Für uns als Architekten ist in diesem Jahrgangscluster aber noch eine ganz andere Herausforderung zu lösen“, sagt Bensmann-Wagner. Denn im Forum eine Etage höher gab es die komfortable Situation, dass dort eine Lichtkuppel Tageslicht von oben spendet. „Das ist hier nicht der Fall, deshalb müssen wir uns etwas einfallen lassen“, sagt die Architektin. Zwar gibt es eine Glaswand zum Schulzentrum hin. Aber wegen der schattenwerfenden Geländer reicht das an Tageslicht nicht aus. „Wir werden das Beleuchtungsproblem wohl über spezielle Lichtbänder lösen“, kündigt Bensmann-Wagner an.

Zweites Jahrgangscluster etwas teurer als das erste

Es geht also voran mit der Sanierung. „Und uns ist es wichtig, nachdem die Verwaltung vor der Sanierung so an den Pranger gestellt wurde, zu zeigen, dass wir Wort halten mit der Schulsanierung“, sagt der neue Fachbereichsleiter Ole Strathoff. Die nächsten Fünferjahrgänge können sich also alle auf einen neuen Jahrgangsbereich freuen. In der mittelfristigen Finanzplanung seien die nächsten Jahrgangscluster-Arbeiten bereits berücksichtigt. Das Cluster wird zwar aller Voraussicht angesichts der anziehenden Preise in der Baubranche etwas teurer als das letzte – 1,2 Millionen Euro sind geschätzt und damit rund 160.000 Euro mehr – „aber bisher können wir unter den Schätzungen bleiben“, freut sich die Architektin über positive Ausschreibungsergebnisse.

(Hellweger Anzeiger, vom 05.06.2019)

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