Der Gesamtschule Fröndenberg war und ist es immer ein besonderes Anliegen, einen wichtigen Beitrag zur kulturellen Teilhabe ihrer Lernenden zu leisten. „Wir freuen uns, das mobile Theater „Theater mobile Spiele“ aus Karlsruhe für die GSF gewinnen zu können.“ Am Mittwoch, den 6. Mai 2026 war es endlich soweit und das abiturrelevante Lustspiel „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist wurde in der Aula für die Jahrgänge EF und Q1 aufgeführt. Zuvor halfen viele fleißige Hände vor Ort beim Auf- sowie später beim Abbau der mobilen Bühne.
Vor den rund 90 Gesamtschüler*innen entfaltete sich folgende Handlung: Im niederländischen Dorf Huisum wurde ein Krug zerbrochen. Witwe Marthe Rull (Petra Ehrenberg) fordert Schadenersatz und wendet sich an Richter Adam (David Lison) – ohne zu ahnen, dass ausgerechnet der Richter selbst der Täter ist. Den Schuldigen sieht sie allein in Ruprecht, dem Verlobten ihrer Tochter Eve. Doch Gerichtsrätin Walter und Protokollantin Licht, ebenfalls gespielt von Ehrenberg, kommen dem korrupten Volljuristen auf die Schliche und decken schließlich die Wahrheit auf: Um Eve zu bedrängen, schlich Adam sich nachts in ihre Kammer. Als er von Ruprecht entdeckt wurde, zerbrach er den Krug. Doch anders als erhofft, endet der Prozess nicht mit einer Verurteilung, sondern mit der Flucht des feigen Richters.
Das Stück, eines der bekanntesten Werke Kleists, verbindet eine zunächst humorvolle Gerichtsverhandlung mit gesellschaftskritischen Themen und Figuren, die auch heute noch den Nerv der Zeit treffen. Denn schon lange bevor der spätmoderne Begriff des „alten weißen Mannes“ definiert wurde, gab Kleist ihm in Form des Dorfrichter Adams eine lebedinge Gestalt. Das Drama bot den Oberstufenschüler*innen somit eine spannende, belustigende sowie lehrreiche Inszenierung, der der Spagat zwischen dem berühmten Klassiker der Literaturgeschichte und moderner Dramaturgie absolut gelang. Im Anschluss an die Aufführung gab es Gelegenheit zu einem angeregten Austausch mit dem Schauspieler und der Schauspielerin.
Koordiniert wurde die Aufführung von Anja Laux in Kooperation mit dem Regisseur Thorsten Kreilo



