Feuer und Flamme für Lüpertz-Saal

Fröndenberg | Die Kulturschmiede hat ihre erste Feuerprobe mit Bravour bestanden. Der Eröffnungsmarathon am Wochenende ließ nicht nur den Spendenrubel rollen, sondern verhalf dem neuen Veranstaltungsraum auch zu einem „Beinamen“. Als Markus-Lüpertz-Saal weisen den Raum seit gestern die blauen Buchstaben auf dem Metallschild gleich neben der Paris-Skulptur aus.

 Von Anke Jacobi

Eine Geste des Dankes, die sich Fördervereins-Vorsitzender Adolf Ulmke anlässlich des Besuches des Düsseldorfer Kunstprofessors Dr. Markus Lüpertz ausgedacht hatte. Der kam zwar knapp zwei Stunden zu spät zur Eröffnung der Ausstellung „Kurzschluss/Kettenreaktion“ – der unpünktlichen Bahn sei‘s geschuldet. Doch: „Nichts hat mich aufhalten können herzukommen.“ Denn, so versicherte der Künstler, in Fröndenberg fühle er sich eben zuhause – auch wegen der familiären Bindungen. Und da gibt man auch schon einmal etwas aus der Hand, das eigentlich „etwas sehr persönliches“ ist: Der von ihm erschaffene, 400 Kilogramm schwere Gips ziert nun – übrigens ohne Arme – als Dauerleihgabe den Lüpertz-Saal. Für Fröndenberg macht der Künstler eben Ausnahmen.

Nicht aber, wenn es darum geht, sein Werk in Szene zu setzen. So hatten die Fördervereins-Mitglieder – allen voran Norbert Muczka – schon vor dem Eintreffen des Professors mit Spannung auf das Urteil des Maestros gewartet, ob der richtige Platz für die Skulptur gefunden wurde. „Ein bisschen von der Wand weg“, wies Lüpertz an, schien aber ansonsten zufrieden mit dem Standort.

Gestört hat ihn dann aber doch noch etwas: Bürgermeister Egon Krause bezeichnete den Paris irrtümlich als Götterboten, was der Professor nicht im Raume stehen lassen wollte und ihn zu einer kurzen Zusammenfassung der Geschichte rund um den trojanischen Prinzen veranlasste. „Ein Sauhund war der Paris. Und wie wir alle wissen, hat er den trojanischen Krieg angezettelt.“

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Adolf Ulmke, Dr. Markus Lüpertz, Egon Krause und Norbert Muczka (v.l.) vor der Paris-Skulptur, die der Kunstprofessor gestern offiziell als Dauerleihgabe an den Förderverein Kulturzentrum übergab. Im Hintergrund das neue Schild, das den Raum als Lüpertz-Saal ausweist.Foto: Art

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Kritischer Blick: Markus Lüpertz.

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Eindrucksvoll: Das Tanzprojekt „Bilder aus dem Rahmen“ der Gesamtschüler.Foto: Grzelak

[Hellweger Anzeiger Online vom 22.10.07]
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