Robin und die Umweltdetektive

Die Ökopartei „Die Grünen“ feiert in diesen Tagen ihr 30-jähriges Bestehen. Ganz so lang gibt es die Umwelt-AG in der Gesamtschule Fröndenberg (GSF) noch nicht. Doch in Sachen Umweltschutz waren und sind auch einige heimische Schüler sehr aktiv.

Seit ihrer Gründung vor knapp zehn Jahren hat sich die Umwelt-AG auf die Fahnen geschrieben, die Schule so umweltfreundlich wie möglich zu gestalten. Viel ist seitdem schon passiert, etwa die Installation einer Photovoltaikanlage auf dem Dach der Schule.

Viel haben die Schüler und die beiden Lehrer Michael Krzonkalla und Hubert Leinweber auch in diesem Jahr vor. „Einmal pro Woche besuchen wir als Umweltdetektive die Klassenräume und kontrollieren, ob das Licht ausgeschaltet wurde und die Fenster geschlossen sind“, erzählt Robin Wachenfeld.

Carina Brontz (l.) und Alicia Böhm mit den Sammel-Boxen für alte Batterien, Akkus, Druckerpatronen und Handys (Foto: Hellweger Anzeiger)

Der Siebtklässler ist bereits seit über zwei Jahren Mitglied der Umwelt-AG und betont, dass ihm Umweltschutz und Energiesparen schon immer am Herzen gelegen hätten. Robin ist deutlich anzumerken, dass er weiß, wovon er spricht, als er den Inhalt der „umweltfreundlichen Schultasche“ vorstellt. „Wir bieten nachfüllbare Tintenpatronen, Radiergummis aus Kautschuk, Lineale aus Holz, solarbetriebene Taschenrechner, Etuis aus Leder und vieles mehr an“, erklärt Robin. Außerdem Hefte und Mappen, die das Umweltsiegel „Blauer Engel“ tragen. „Das bedeutet, dass das Heft aus 100 Prozent Altpapier besteht“, ergänzt Mitschülerin Laura Kleist. Verkauft werden diese Artikel ab sofort immer dienstags in der einstündigen Pause. Und obwohl die Gruppe mit zwölf Schülern momentan relativ klein ist – die Ideen sprudeln nur so. „Wir wollen in diesem Jahr ein neues Projekt starten“, kündigt Robin Wachenfeld an. Unter dem Motto „Wie kommen wir zur Schule?“ möchte die AG die Verkehrssicherheit auf dem Schulweg überprüfen. Und dabei feststellen, wo Energie eingespart werden kann. „Schüler, die von ihren Eltern alleine mit dem Auto gebracht werden, könnten zum Beispiel Fahrgemeinschaften bilden“, sagt Robin. „Oder sie steigen gleich ganz aufs Fahrrad um, so wie ich“, fügt Benedikt Neuhaus hinzu. Natürlich ist ihm bewusst, dass dies nicht für jeden möglich sei. Die Mitschüler zu sensibilisieren wird im Vordergrund stehen. Warum der Verzicht aufs Auto sinnvoll ist, das wissen alle AG-Mitglieder prompt zu beantworten: „Weil dann weniger Abgase in die Luft gelangen.“

Die Aktivitäten der Umwelt-AG beschränken sich übrigens nicht nur auf die Schule. Mehrmals im Jahr besuchen die Schüler Betriebe mit umweltfreundlichen Techniken, etwa das Wasserwerk der Stadt Fröndenberg, ein Solarkraftwerk und die Müllverbrennungsanlage in Hamm.

Zuwachs ist der Umwelt-AG immer willkommen, „vor allem Ältere könnten wir gut gebrauchen“, sagt Hubert Leinweber. Der Kern der AG besteht derzeit aus Schülern des fünften bis siebten Jahrgangs, „danach lässt das Umweltbewusstsein leider bei vielen nach“, so Leinweber. Nicht so bei Robin Wachenfeld. Für ihn steht bereits jetzt fest: „Ich bleibe hier bis zum Ende meiner Schulzeit.“

(Hellweger Anzeiger vom 14.01.09)

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