Die Ausbildung zum Anfassen

32 Betriebe zeichnen bei neuer Messe in der GSF für 450 Schüler ein lebendiges Bild ihres Berufsalltags.

Frisörmeisterin Lena Petrilli zeigte Käthe Loss und Melissa Güvel (v.l.) erste Kniffe in der Kunst des Haarstylings.
Frisörmeisterin Lena Petrilli zeigte Käthe Loss und Melissa Güvel (v.l.) erste Kniffe in der Kunst des Haarstylings.

450 Gesamtschüler aus den Jahrgangsstufen neun und zehn erhielten gestern die Gelegenheit, sich eine breite Palette an Ausbildungsberufen vorstellen zu lassen. Die von Stadt, Gesamtschule, Jobcenter und Arbeitsagentur gemeinsam ins Leben gerufene Messe ging dabei neue Wege.

32 Unternehmen aus der Region beschränkten sich nicht auf langweilige Infostände, sondern boten den Schülern in der Turnhalle, im Außenbereich und in den Technikräumen über den Tag verteilt jeweils drei 45-minütige Workshops an, in denen der Nachwuchs die Berufsfelder aktiv kennenlernen konnte.

Der Slogan der Messe „Backstage – Beruf live“ war wahrlich Programm. Ob Handwerk, Produktion, Einzelhandel, Verwaltung oder Dienstleistung – die Schüler blickten hinter die Kulissen, angeleitet von Menschen aus der Praxis. So durften die Schüler bei der Krankenkasse Barmer GEK zur Probe einmal einen Einstellungstest für den Beruf des Sozialversicherungsfachmanns absolvieren. Das Goldschmiedeatelier Juvenile ließ die Schüler selbst einmal einen Sandguss erstellen. Und die Landmaschinen-Firma Agravis sorgte mit einem riesigen Schlepper für Begeisterung unter den technikversierten Interessenten für den Beruf des Landmaschinen-Mechatronikers.

Mit dem Justizvollzugskrankenhaus und dem Schmallenbach-Haus waren auch Fröndenbergs größte Arbeitgeber vertreten. Besonderen Eindruck machte am Stand des JVK die Körperschutz-Ausstattung, die Michael Deitel und seine Kollegen mitgebracht hatten, um den Beruf des Justizvollzugsbeamten vorzustellen. „Diese Ausstattung kommt allerdings nur in besonderen Situationen zum Einsatz“, so Deitel, der seinen Beruf als sehr abwechslungsreich beschrieb. „Wir haben schon ein besonderes Klientel – da weiß man nie genau, was der Tag so bringt“, verdeutlichte er. Entsprechend groß war das Interesse der Schüler.

„Es ist eine perfekte Mischung. Es sind große und kleine Firmen vertreten – vom Industriebetrieb bis zum Dienstleister“, zog auch Nicole Keller vom Jobcenter beim Messerundgang Bilanz. Dass dies genau die heimische Unternehmenslandschaft abbilde, betonte Fröndenbergs Wirtschaftsförderin Anna Wehrmann. Und Bürgermeister Friedrich Wilhelm Rebbe stellte in Aussicht, die Messe als ständige Veranstaltung zu etablieren.
Viel mehr als nur Kfz und Polizeiausbildungsmesse 1

Vorbereitung im Unterricht und Wertung im Nachgang

Im Vorfeld der Messe hatten sich die Neunt- und Zehntklässler im Fach Arbeitslehre intensiv vorbereitet. „Ein Problem ist, dass Schüler meist ein sehr eingegrenztes Berufsspektrum im Blick haben“, weiß Schulleiter Klaus de Vries. Kfz, Polizei – das seien Renner. Viele attraktive Berufe sind dabei gar nicht bekannt. Deshalb wurden im Unterricht Unternehmen und Ausbildungsmöglichkeiten vorgestellt, um die Workshop-Auswahl zu erleichtern. Für die Neuntklässler ergab sich auch der praktische Nutzen, schon einmal Kontakte für ihr anstehendes dreiwöchiges Schülerbetriebspraktikum zu knüpfen. Während die Oberstufenschüler ebenfalls die Gelegenheit bekamen, sich an den Infoständen zu informieren und vielleicht schon den einen oder anderen Kontakt für ein duales Studium herzustellen.

Auskunft über den Erfolg der Messe soll eine Evaluation geben, für die sowohl Unternehmen, als auch Schüler eine Bewertung vornehmen. Schon am Messetag signalisierten die Unternehmen, dass sie den Workshop-Charakter schätzen, da dieser ermögliche, mit einer kleinen Schülergruppe intensiv zu arbeiten. „Nicht die Unternehmen stehen im Mittelpunkt, sondern die Berufe. So soll es sein“, so Wirtschaftsförderin Anna Wehrmann.

[Hellweger Anzeiger, vom 26.08.15]
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