Keine Empfehlung für Pläne der Stadt

Politiker möchten Bedenkzeit für neue Umbaupläne für Gesamtschule

8,5 Millionen Euro, das ist mehr als doppel so viel wie ursprünglich veranschlagt. Nach neuen Plänen der Stadtverwaltung soll die Gesamtschule nun umfassender umgebaut werden. Die dadurch entstandene Kostenexplosion und der somit verzögerte Baustart waren gestern Gesprächsstoff für die Politik.

Um die neuen Pläne vorzustellen, hat die Verwaltung am Donnerstagabend eine außerplanmäßige Sitzung des Schulausschusses einberufen. Sabine Bensmann-Wagner, Architektin der Stadt, und Schulleiter Klaus de Fries von der Gesamtschule erklärten noch einmal, was pädagogisch und architektonisch hinter dem Konzept der Jahrgangscluster steckt. Die Idee des gemeinsamen Lernens in abgetrennten Einheiten für die Jahrgänge und ihr entsprechendes Lehrpersonal ist im neuen Konzept noch intensiviert und auf den Bereich zweiter weiterer Jahrgangsstufen ausgeweitet worden. Vonseiten der Politik kam zunächst die Frage auf, warum es „zum ersten Aufschlag kam“, wenn das neue Konzept ohnehin umfassender, besser und dennoch finanziell realisierbar wäre. Möglichst schnell handlungsfähig habe die Verwaltung sein wollen, begründete der Beigeordnete Heinz-Günter Freck den nur wenige Wochen alten Vorstoß mit den bisherigen Plänen. Auf gar keinen Fall hätte man sich im Bereich der Kosten verkalkuliert. Das neue Konzept sei eine Erweiterung des alten, ergänzte Martin Kramme. Zu trennen sei der Umbau ebenfalls von der ohnehin notwendigen Sanierung.

Einig waren sich alle vertretenen Parteien, keine Empfehlung über die neuen Pläne an den Rat auszusprechen. Obwohl man der baldigen Umsetzung eines Gesamtschulumbaus nicht im Wege stehen wolle, habe es doch eindeutig zu wenig Beratungszeit innerhalb der Fraktionen gegeben.

Selbst wenn die aktuellen Pläne die Zustimmung des Rats erhalten sollten und der erste Bagger anrollt, steht eines fest: Der „Wunschzettel“ der Gesamtschule ist noch nicht abgearbeitet. Hier formulierte Klaus de Vries Fragen – etwa nach einer Schulübergreifenden Mensa, einem Bibliothekszugang für alle Fröndenberger, Nutzungsumfang der Räume durch die VHS et cetera. Betrachte man die Schule als Standort innerhalb eines Quartiers, würden sich auch neue Aspekte für Fördermittel ergeben. Dass solche Ideen nicht schon vor der Konzeptionierung der Cluster mit bedacht wurden, kritisierte vor allem die SPD. Alle Beteiligten, auch die Vertreter der Grundschulen, hätten noch einmal an einen Tisch gemusst, bedauerte etwa Sabina Müller.

Ohnehin äußerten die Leitungen der Grundschulen den Wunsch nach einem Zeichen aus Politik und Verwaltung. Es sollte deutlich gemacht werden, dass – obwohl die Gesamtschule vorgeht – auch an den Grundschulen in absehbarer Zeit erste Schritte gegangen werden.
(HA, vom 17.03.2017)

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