Schüler der GSF besuchen Auschwitz

Wir, 23 Schülerinnen und Schüler zwischen 14 und 18 Jahren der Gesamtschule Fröndenberg, erlebten im Rahmen der Projektfahrt nach Auschwitz viele bewegende Erlebnisse durch die Besichtigung der Gedenkstätte Auschwitz. Unsere Erwartungen zielten nicht nur auf neuen Informationszuwachs, sondern auf den Versuch, die geschichtlichen Details mit Leben zu füllen.

Krakau

Der Beginn unserer Reise stand ganz im Zeichen einer Stadtführung durch Krakau. Dabei wurden uns bereits viele Erfahrungen Zuteil, welche uns auf die nächsten Tage vorbereiten sollte. Wir besichtigten das jüdische Viertel, eine alte Synagoge und die Schindler Fabrik. Am Abend besuchten wir ein jüdisches Restaurant, wo uns ein Klezmer Konzert mit typischen jüdischen Liedern dargeboten wurde.

Der Besuch im Konzentrationslager Auschwitz

Im Laufe unseres Aufenthalts besuchten wir das Konzentrationslager Auschwitz, auch Stammlager I genannt. Wir sahen Betten, Sanitäranlagen, persönliche Kleidung und Gegenstände der Häftlinge. Im weiteren Verlauf einen Berg von Haaren, welche den Häftlingen abrasiert und später zur Weiterverarbeitung von Filz und Garn benutzt wurde. Während der Besichtigung trafen bei der gesamten Gruppe völlig unterschiedliche Emotionen aufeinander.

Viele von uns waren erschüttert. Zuvor konnten wir uns die riesige Anzahl der Menschen, die dieses schreckliche Ereignis erleben mussten, nicht vorstellen. Durch den Anblick wurde das Unmenschliche plötzlich realer. Wir sahen die Todeswand, winzige Stehzellen und den Galgen. Es war unfassbar.

Auschwitz-Birkenau

Am nächsten Tag besichtigten wir Auschwitz-Birkenau, welches noch viel schlimmere Eindrücke bei uns zurückließ.
Anfangs wurden wir durch die Baracken und unhygienischen, damals meist nicht funktionstüchtigen, Waschhäuser geführt. Uns wurde bewusst, unter welchen unmenschlichen Bedingungen die Häftlinge leben mussten.
Wir sahen die übriggebliebenen Schornsteine der Holzbaracken, die Ruinen der Krematorien und die unvollendeten Kläranlagen. Zudem hatten wir die Möglichkeit eine der Kinderbaracken zu besichtigen, in denen die Kinder meistens auf dem Boden schlafen mussten.

Zeitzeugen

Am Abend nach dem Besuch des Lagers Auschwitz hatten wir die Gelegenheit, die Geschichte der Zeitzeugin Rena Rach zu hören. Sie lebte damals im Krakauer Ghetto. Ihr Vater war einer der durch Oskar Schindler Geretteten. Ihre Mutter befreite sie über einen Abflusskanal aus dem Ghetto, diese traumatisierende Geschichte verfolgt sie bis heute.

Eindrücke

Am Ende unserer Reise kehrten wir noch einmal zum Stammlager zurück. Wir nahmen an einem Workshop teil, in dem wir von vielen weiteren tragischen Kinderschicksalen erfuhren. Die wichtigste Frage, die wir uns während unserer Reflektionsrunden stellten, war, wie wir aus den Berichten und Erlebnissen der Opfer lernen, um diskriminierende Tendenzen erkennen zu können.

„Jetzt sind wir dafür die verantwortliche Generation.”

Bildergalerie

Bilder Tom Szidat und Robin Uffelmann

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