Im Erinnern an den 9. November 1938 die Entrechtung und Vernichtung von Jüdinnen und Juden in Deutschland und Europa

An dieses gewaltsame Ereignis denken heute viele Menschen in ganz Europa zurück, vor allem mit Blick auf die in der letzten Zeit geschehenen Ereignisse erhalten sie eine größere Aktualität denn je.

In der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938, also genau vor 82 Jahren, zerstörten von nationalsozialistischen Regimen organisierte Truppen über 1.400 Synagogen, Betstuben und sonstige Versammlungsräume sowie tausende Geschäfte, Wohnungen und jüdische Friedhöfe. Darüber hinaus wurden ungefähr 30.000 Juden in Konzentrationslager inhaftiert und mindestens 800 auf offener Straße ermordet.

Auch der am 02.11.2020 ausgeübte Anschlag in Wien fand in der Nähe einer Synagoge statt. Hierbei tötet ein 20-Jähriger Mann mehrere Menschen und verletzte weiter, durch wahllos in die Menge abgeschossene Schüsse, schwer.
Doch die ist kein Einzelfall. Letztes Jahr, am 06. Oktober 2019, wurde auch Deutschland von einer derartigen Tragödie getroffen. Hierbei versuchte der Rechtsextremist Stephan Balliet, am höchsten jüdischen Feiertag in eine Synagoge im Paulusviertel einzudringen und die dort versammelten Menschen zu töten. Nachdem ihm dies auch mit Waffengewalt nicht gelungen war, erschoss er vor dem Gebäude die Passantin Jana Lange und kurz darauf in einem Imbiss den Gast Kevin Schwarze. Auf seiner Flucht verletzte er zwei Personen durch Schüsse und versuchte weitere zu erschießen.

Vielen unserer Schülerinnen und Schüler hatten bereits die Ehre, verschiedene Zeitzeugen kennenzulernen, sei es bei schulischen Veranstaltungen, Ausflügen oder sogar Reisen in das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau nach Krakau.
Doch eine ganz besondere Zeitzeugin besuchte uns bereits mehrere Male in der Gesamtschule. Eva Weyl erzählte uns ihre Geschichte, wodurch einige von uns zu „Zweitzeugen“ wurden. Dreimal ist sie dem Tod von der Schippe gesprungen: Das erste Mal wurde der Name der Familie, der schon für die Deportationsliste vorgesehen war, von einem Freund der Familie entfernt. Ein zweites Mal hinderte ein Bombenangriff Züge daran, Richtung Polen zu fahren. Schließlich kamen im April 1945 die Befreier.

Wir – alle Mitglieder der Schulgemeinschaft der Gesamtschule Fröndenberg – haben uns als Schule ohne Rassismus dazu verpflichtet, derartigen Geschehnissen entgegenzustehen und uns als Schulgemeinschaft für ein Miteinander auszusprechen, das geprägt ist von Menschlichkeit und Akzeptanz.

Für den Arbeitskreis Schule ohne Rassismus
Mara Lohölter

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