„Feuer und Flamme“ für die Wissenschaft: Kinder forschen an der Gesamtschule

Acht Lernstationen, echte Laboratmosphäre und die Feuerwehr mittendrin: Bei den Forschertagen sind acht Grundschulklassen aus Fröndenberg dabei.

Schutzbrille auf, Kittel an, Reagenzglas in der Hand – am 14. und 16. Juli heißt es in den Chemie-Räumen der Gesamtschule Fröndenberg (GSF) wieder: „Forschen macht Spaß“. Insgesamt 195 kleine Gastforscher aus acht Grundschulklassen der Gemeinschaftsgrundschule, der Sonnenbergschule und der Overbergschule werden an den beiden Projekttagen erwartet. Empfangen werden sie von den „Laborassistenten“ – Schülerinnen und Schülern, die im kommenden Schuljahr in die Oberstufe wechseln und die Rolle der wissenschaftlichen Betreuer übernehmen. Das Motto der diesjährigen Auflage: „Feuer und Flamme“.

Ein Wunschthema der Kinder

Dass sich in diesem Jahr alles um brennende Kerzen, züngelnde Flammen und die geheimnisvolle Chemie der Verbrennung dreht, ist kein Zufall. Das Thema wurde im Vorfeld bei den Grundschülern selbst abgefragt – und landete auf Platz 1 der Wunschliste. Gemeinsam mit den beteiligten Grundschulen hat das GSF-Team das Material der Vorjahre evaluiert, überarbeitet und weiter optimiert. Herausgekommen ist ein Programm aus acht Lernstationen, das echte Laboratmosphäre mit kindgerechten Experimenten verbindet.

Acht Stationen rund um das Element Feuer

Los geht es an Station 1 mit der Grundfrage „Feuer braucht …?“. An den folgenden Stationen untersuchen die Nachwuchsforscher den Sauerstoff, erschließen sich die Zusammensetzung der Luft und prüfen verschiedene Stoffe auf ihre Brennbarkeit. Am Ende dieser Reihe stehen die vier Bedingungen einer Verbrennung – anschaulich auf den Punkt gebracht. Gleich zwei Stationen sind der „Kerzenforschung“ gewidmet, während an den Stationen 6 und 7 das Löschen von Feuer, das richtige Verhalten im Brandfall und die Grundlagen der Brandbekämpfung im Mittelpunkt stehen. Alle Ergebnisse werden in einem eigenen Forscherbuch festgehalten, das die Kinder mit in ihre Grundschule nehmen und dort im Unterricht weiter vertiefen können. Wer zwischendurch eine Pause braucht, kann sich an der „Mach mal Pause“-Station mit Mandalas, Rätseln, Würfelspielen und einem Laborgeräte-Memory entspannen.

Die Freiwillige Feuerwehr nutzt die Chance, mit den Kindern eine Brandschutzerziehung durchzuführen. Das ist für die Mädchen und Jungen besonders spannend.

Die Feuerwehr rückt an

Für besondere Authentizität sorgt die Freiwillige Feuerwehr Fröndenberg. Eigens abgestellte Kameradinnen und Kameraden ergänzen die Forschertage um professionelle Brandschutzerziehung: Sie demonstrieren, wie gefährlich Rauch im Brandfall ist, bringen typische Ausrüstung und Fahrzeuge mit und simulieren realitätsnahe Brandszenarien. So wird die Arbeit der Feuerwehr für die Drittklässler im wahrsten Sinne des Wortes „begreifbar“. Und wer weiß – vielleicht werden an diesem Tag ja auch die Weichen für den einen oder anderen Feuerwehr-Nachwuchs gestellt.

Feuerstein, Zunder und eine Show mit Flammen

Ein historischer Ausflug darf ebenfalls nicht fehlen: Mit Feuerstein und Zunder erhalten die Kinder einen Eindruck davon, wie mühsam das „Feuermachen früher“ war. Zum Abschluss verwandelt die Gruppe „Magic Motions“, organisiert als eigene Abteilung im Gesamtschulsportverein Fröndenberg (GSV), das Schulgelände in eine Bühne: Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen zeigt sie, wie faszinierend und unterhaltsam Feuererscheinungen sein können.

Zum Dank für ihren Forschereifer erhalten die Grundschulkinder eine Urkunde. Die GSF-Schülerinnen und -Schüler bekommen eine Bescheinigung, die sich später gut in der Bewerbungsmappe macht. Denn die Forschertage sind weit mehr als ein netter Projekttag: Für die Älteren bedeuten sie ein Training in Selbstverantwortung, Selbstorganisation, sowie Kooperations-, Team- und Kommunikationsfähigkeit. Sie sammeln erste berufliche Handlungskompetenz – die Kleinen wiederum lernen ihre künftige Schule, deren moderne Labore und einen Teil des Kollegiums bereits kennen. Übergangsängste werden so ganz nebenbei abgebaut.

Ein Stück Laboratmosphäre – und ein Stück Normalität

Mit den Forschertagen 2026 knüpft die Fröndenberger Schullandschaft an langjährig bewährte Vernetzungsstrukturen an. Die Bildungspartnerschaft zwischen der GSF und den drei Fröndenberger Grundschulen soll ein Zeichen setzen – für neugieriges Lernen, für echtes Miteinander und für einen Moment, in dem Themen wie Krieg, Terrorismus oder Klimawandel einmal nicht an erster Stelle stehen. Stattdessen: Schutzbrille auf, Reagenzglas hoch – und Feuer und Flamme für die Wissenschaft.