Schüler mit rohen Eiern fit fürs Leben nach der Schule machen

Werkstatt Unna hilft Neuntklässlern der Gesamtschule Fröndenberg beim Start ins Berufsleben. Eltern und Schüler arbeiten zusammen. Foto:Ilka Wiese
Werkstatt Unna hilft Neuntklässlern der Gesamtschule Fröndenberg beim Start ins Berufsleben. Eltern und Schüler arbeiten zusammen. Foto:Ilka Wiese

Jennifer, Daniela, Janina, Silas und dazwischen Denise. Die 14-Jährige ist das Sandwichkind in der Familie Hester. Es ist immer viel los, aber die Zeit zu Zweit manchmal knapp. Einmal pro Woche geht es jetzt einmal nur um Denise, um ihre Zukunft. Mama Anita stand ihr dabei zur Seite.

Mutter und Tochter Hester aus Menden machen beim Projekt „Fun – Berufs- und Lebensplanung“ der Werkstatt im Kreis Unna mit. Hier arbeitet die Gesamtschule Fröndenberg eng mit der Arbeitsagentur zusammen. Ziel ist es, Neuntklässler fit zu machen, für das, was nach der Schule kommt, für den eigentlichen Ernst des Lebens also.

Fünf Wochen lang haben sich die Eltern mit ihren Kindern getroffen. In der Schule einmal pro Woche für drei Stunden. Neun Familien sind regelmäßig dabei. Zusammen absolvieren die Familien Übungen. Eine Aufgabe ist zum Beispiel, ein rohes Ei so zu verpacken, dass es beim Fall aus drei Metern Höhe nicht zerplatzt. Klingt lustig? Das ist es auch. Die Familien sollen lachen und sich so näher kommen.

Die Kommunikation in der Familie soll gefördert werden, das Eltern-Kind-Team gestärkt werden. „Das kommt im Alltag oft zu kurz“, erklärt Vera Brügge von der Werkstatt. Das größte Manko ist die Zeit. Gespräche passieren zwischen Tür und Angel, konkret werde es selten.

So sitzen nun auch Denise und Mama Anita Hester an einem Tisch. Beide sprechen oft miteinander, an der Kommunikation in der lebhaften Familie hapert es nicht. Problem scheint eher der Berufswunsch zu sein. Denise könnte sich vorstellen, als Einzelhandelskauffrau zu arbeiten. Mama Anita findet, dass in ihrer Tochter mehr steckt als „Ware zu reduzieren und Kartons aufzureißen“. Ihrer Meinung nach wissen die Jugendlichen einfach zu wenig. „Sie kennen nur die Berufe, die sie auch täglich sehen. Aber es gibt viel mehr als Friseurin und Einzelhandelskauffrau.“

Und eben darum nehmen die Familien auch an dem Projekt teil. Beide Seiten lernen viel über Berufsbilder, die eigenen Stärken und sich gegenseitig besser kennen.

[Der Westen, vom 06.10.2010]

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