Schülerinnen löchern Abgeordneten Hüppe: Wie halten Sie’s mit Inklusion?

Schülerinnen löchern Abgeordneten Hüppe: Wie halten Sie’s mit Inklusion?
Schülerinnen löchern Abgeordneten Hüppe: Wie halten Sie’s mit Inklusion?

Behinderte in den normalen Unterricht einbeziehen: Das interessierte Fröndenberger Gesamtschülerinnen. CDU-MdB Hubert Hüppe antwortete.

Ressourcen. Da war es wieder, das böse R-Wort. Hubert Hüppe hüstelt verlegen. „Eigentlich mag ich ja keine Fremdwörter.“ Und doch tappt der heimische CDU-Bundestagsabgeordnete immer wieder in die Falle des abstrakten Bürokraten-Jargons. Dabei hat es der 59-Jährige so gut gemeint. Mit vier Gesamtschülerinnen spricht er im Zimmer von Rektor Klaus de Vries über „Inklusion“.

Inklu-was? Gemeint ist, Behinderte in den normalen Schulbetrieb einzubeziehen. Früher war es üblich, lernschwache, wütende oder körperlich eingeschränkte Kinder in Förderschulen zu stecken.

Eine vierköpfige Projektgruppe aus der Q1, einst Stufe 12 genannt, interessiert für die Veränderung in der Bildungslandschaft – auch weil sich die Gesamtschule der Inklusion verschrieben hat.

Beiläufig, kurz vor dem Treffen des Quartetts mit Hüppe, verrät Lehrerin Katharina Naumann, wie Celine Chalil, Albana Peci, Clara Schulze Neuhoff und Isabel Scheiing gearbeitet haben: „Sie haben nach den Sommerferien angefangen. Für das Gespräch haben sie Fragen vorbereitet, und im April präsentieren sie ihre Ergebnisse ihrem Kurs Pädagogik und Geschichte.“ Doch vor Antworten stehen Fragen. Sollten die Vier aufgeregt sein – sie lassen es sich nicht anmerken. Clara Schulze Neuhoff ist gar erkennbar stolz, Hüppe zum Schulbesuch bewegt zu haben.

Das böse R-Wort
Der Parlamentarier wirkt, in dunkelblauem Dress mit farblich abgestimmter Krawatte und ebensolchem Einstecktuch, etwas zu offiziell. Daran ändert auch seine wohlwollend nach vorn gebeugte Sitzhaltung wenig. Folgerichtig gerät seine erste Antwort zu einem Monolog, in dem immer wieder das böse R-Wort fällt. Später wird es Rektor de Vries übersetzen mit „Bedarf“. So lautet nach einer guten Viertelstunde die spannende Frage: Würde es Hüppe schaffen, sich verständlich auszudrücken?

Tatsächlich findet der Familienvater doch noch den Dreh. Als Hüppe von seinem behinderten Sohn spricht, weicht graue Theorie farbiger Praxis. Er spricht von „Ritsch-Ratsch-Schuhen“ und segensreichen Einflüssen von Freunden, die genau das vermitteln, woran Pädagogen allzu oft scheitern. „Auf Dauer“, sagt Hüppe, „sind Förderschulen zu schließen.“ Dafür werde er wohl in seiner eigenen Partei „Prügel“ beziehen. In der Schule passiert ihm das Gegenteil: Sympathie ist ihm sicher. Sicher auch, weil die Polit-PR durch etwas Echtes ersetzt wird: Betroffenheit.

Jürgen Overkott

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