Ein 1,5 Hektar großer Forscherpark

Aktuelle und weitergehende Informationen zum Projekt finden Sie hier: Der Fachbereich MINT

An der Gesamtschule sollen in drei Jahren Naturlehrpfad, Kräutergarten und Ökolaube entstehen.

1,5 Hektar Platz hat die Gesamtschule dafür. Bisher haben auf der Fläche hinter der GSF die Schafe der Schule geweidet. Doch seit die im Sommer letzten Jahres abgegeben wurden, wird das Gelände nicht mehr genutzt (siehe Bericht unten). „Es eröffnet uns ungeahnte Möglichkeiten, das ist eine Goldgrube für die Schule“, gerät Lehrerin und Projektleiterin Susanne Joachimsmeyer schon bei der Vorstellung der Pläne ins Schwärmen. Immerhin können Schüler im neuen Forscherpark zu Fächern wie Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik an neuen Projekten arbeiten.

Der Naturlehrpfad soll eingebettet werden in die schon vorhandenen Biotope. „Ein Bach ist da und ein Teich mit Steg zum Entnehmen von Wasserproben ist auch angelegt“, sagt Joachimsmeyer. Weitere Lebensräume wie Nisthilfen oder Feldholzhecken sollen nach und nach ergänzt werden. Auf zehn Schautafeln sollen die Schüler sich über die Biotope informieren können – und zwar nicht nur, indem sie die Erklärtexte lesen, sondern bei interaktiven Elementen auch selbst Hand anlegen. Etwa an Quizklappen oder Drehwürfeln. Die einzelnen Schautafeln sollen durch einen Fußerlebnispfad miteinander verbunden werden, der mal aus Sand, mal aus Pflaster oder auch Mulch besteht. Hier geht es balancierend von der einen zur anderen Tafel, dort über eine Brücke oder einen Matschpfad.

Weil bekanntlich der Weg das Ziel ist, sollen die Schüler nicht erst vom Naturlehrpfad profitieren, wenn dieser fertig ist. „Wir wollen die Tafeln nicht teuer einkaufen, sondern die Schüler schon bei der Gestaltung und beim Bau mit ins Boot holen“, sagt die Biologie- und Technik-Lehrerin. Das fängt beim Erarbeiten der Informationstexte an und endet beim Verschrauben der Info-Tafeln.

Verknüpft werden soll der Naturlehrpfad mit einem Kräutergarten, der historisch oder als Kräuterschnecke im früheren Schulgarten angelegt werden könnte. Die Markt-Apotheke als Kooperationspartner der Schule hat schon zugesichert, mit den Schülern zusammenzuarbeiten und Kräuterprodukte herzustellen. „Vielleicht gibt es demnächst ja die GSF-Fußsalbe“, schmunzelt Schulleiter Klaus de Vries.

Schnittstelle zwischen Kräutergarten und Naturerlebnispfad soll eine Ökolaube werden. Die unterscheidet sich von der einfachen Gartenlaube zum Beispiel durch Windgeneratoren und Solaranlagen auf dem Dach. Das hier aufgefangene Regenwasser kann zum Gießen verwendet, der Wintergarten zum Vorziehen und Überwintern von Pflanzen genutzt werden. „Die Waldwerkstatt können wir gut zusammen mit den Kindern errichten“, sagt Joachimsmeyer. In der fertigen Ökolaube sollen dann Becherlupen, Wasseranalysegeräte, Mikroskope und anderes waldpädagogisches Equipment zum Forschen bereitstehen.

Die Umgestaltung der früheren Schafweide hat die Gesamtschule auf drei Jahre angelegt. Nicht nur, weil damit viel Arbeit verbunden ist, sondern auch, weil das Projekt allerhand Geld kostet. 80  000 bis 90  000 Euro kalkuliert die Gesamtschule. Erste Anträge auf Fördermittel, die der Schule bei der Finanzierung helfen sollen, sind bereits auf dem Weg. Auch der Förderverein der Gesamtschule hat schon seine Unterstützung zugesagt, Bürgermeister Friedrich-Wilhelm Rebbe seine Schirmherrschaft zugesichert. „Vielleicht lässt sich im Haushalt ja auch noch der eine oder andere Euro finden“, schmunzelte Schulleiter Klaus de Vries.

Los gehen soll das Großprojekt im August mit dem Erstellen der Schautafeln – der Rest ergibt sich. „Wenn Geld da ist, bauen wir etwas, wenn kein Geld da ist, dann pflegen wir eben etwas“, sagt Joachimsmeyer.

Das neue Angebot soll übrigens nicht nur den Gesamtschülern zugutekommen. „Die Fläche kann schulübergreifend genutzt werden“, so die Projektleiterin.

Auf dem Weg zur MINT-Schule

GSF strebt Zertifizierung an

Der neue Forscherpark soll der Gesamtschule den Weg zur MINT-Schule frei machen.

Die Abkürzung MINT steht für die Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Weil sich Gesamtschule einen Schwerpunkt auf die MINT-Bildung legt, Mädchen in diesem Bereich besonders fördert, mit Unternehmen und anderen Schule kooperiert und an Wettbewerben teilnimmt, darf sie sich bereits MINT-freundliche Schule nennen. Doch das reicht der GSF nicht.

Sie will richtige MINT-Schule werden und somit das Gütesiegel als Schule mit mathematisch-naturwissenschaftlichen Profil erhalten. „Das Projekt ist so konzipiert, dass wir uns als MINT-Schule zertifizieren lassen können“, sagt Lehrerin Susanne Joachimsmeyer.

Schafe im Sommer verkauft

SchafeSeit 2003 lebten auf dem Wiesengelände der Gesamtschule Schafe als natürliche Rasenmäher. Sie hielten das Gras der schuleigenen Weide mit Streuobstwiese kurz und sorgten dafür, dass die Wege begehbar blieben.

Einst mit drei Böcken angefangen, ist die Herde immer größer geworden. Zuletzt lebten neun ausgewachsene Soay-Schafe und ihre Lämmer hinter der GSF. Etwa 20 Schüler hatten sich im Rahmen der Umwelt-AG Beweidung um die Tiere gekümmert.

Im vergangenen Sommer hat die Gesamtschule die Schaf-AG aufgebeben, die Tiere verkauft. „Schule entwickelt sich“, sagt Schulleiter Klaus de Vries.

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