Das Konzept

Ab Klasse 8 werden Ergänzungsstunden im Rahmen der schulrechtlichen Vorgaben erteilt. Das Konzept der GSF sieht eine Grund- und Zusatzförderung in den Fächern Mathematik, Englisch und Deutsch vor sowie ein Angebot an Zusatzqualifikationen für besonders interessierte Schülerinnen und Schüler. Bitte thematisieren Sie mit den Klassenlehrern im persönlichen Gespräch die Ausgestaltung der EG-Stunden für Ihr Kind, da hier schullaufbahnrelevante Entscheidungen getroffen werden.

Grundsätze

  • In den Jahrgängen 8, 9 und 10  wird eine Wochenstunde (60 Minuten) erteilt.
  • Die Ergänzungsstunden werden für die individuelle Förderung in den Fächern Deutsch, Mathematik und  Englisch genutzt.
  • Als Wahlmöglichkeit werden
    • Französisch, als neueinsetzende Fremdsprache,
    • KET / PET (Key & Preliminary English Test der Universität Cambridge) und
    • MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik) angeboten.

Vorgaben für die Umsetzung

  • Neigungskurse werden ab einer Kursgröße von ca. 20 SchülerInnen eingerichtet.
  • Der Unterricht im Fach MINT wird inhaltlich von den Fächern Mathematik, Naturwissenschaften, Informatik und Technik ausgestaltet.
  • Die Ergänzungsstunden in den Fächern Mathematik, Deutsch und Englisch werden von den Klassenlehrern im Jahrgang erteilt.
  • Auf Antrag der Eltern können Neigungskurse zum nächsten Schuljahr an- und abgewählt bzw. gewechselt werden. Die Entscheidung trifft die Klassenkonferenz.
  • Die schulischen Leistungen der SchülerInnen in Französisch werden regulär benotet (Notenstufen von 1 bis 6).
  • Die Leistungsbeurteilung in den anderen Fächern erfolgt in drei Abstufungen: „mit besonderen Erfolg teilgenommen“, „mit Erfolg teilgenommen“ oder „teilgenommen“.

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KET / PET (Key & Preliminary English Test der Universität Cambridge)

KET – PET – University of Cambridge

Die Universität Cambridge bietet Zertifikatsprüfungen in Englisch für Nicht-Muttersprachler an, auf die im Unterricht gezielt vorbereitet wird. Die Prüfungen bestehen jeweils aus drei Prüfungsteilen, Reading and Writing (70 Min.), Listening (25 Min.), Speaking (8-10 Min.), und können bei genügend Anmeldungen an der GSF durchgeführt werden.
Da die Prüfungen relativ teuer sind, KET und PET jeweils ca. 90 €, sind die Eltern nicht verpflichtet, ihre Kinder tatsächlich zu den Prüfungen anzumelden. Die Schülerinnen und Schüler können zur individuellen Förderung ihrer Sprachkompetenz auch an den Kursen teilnehmen, ohne die Prüfung abzulegen. In dem Fall erhalten sie ihren Erfolg lediglich auf dem Zeugnis von der Schule bestätigt.

MINT (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik)

Im Zentrum stehen die Methoden der Erkenntnisgewinnung aus den beteiligten Fächern Mathematik, Naturwissenschaften, Technik und Informatik. Handlungsorientiert werden die Schülerinnen und Schüler Fragestellungen bearbeiten sowie ihre eigenen Lösungswege diskutieren und dokumentieren.

In der Jahrgangsstufe 8 werden den Schülern vertiefte Kenntnisse im Umgang von OFFICE-Anwendungen und Hardware-Kenntnisse vermittelt. Naturwissenschaftliches Experimentieren und die Teilnahme an Wettbewerben bilden den Schwerpunkt in Jahrgang 9, während in Klasse 10 mit dem LEGO-EDUCATION-System gearbeitet wird.

Lernaufgaben

Seit einigen Jahren wird in der GSF in den Ergänzungsstunden ab Jahrgang 8 im Bereich einer Hauptfachförderung erfolgreich nach dem Modell der Lernaufgaben gearbeitet. Es ist daher naheliegend, diesen Aufgabentyp auch in den Schwerpunkt – Arbeitsgemeinschaften in den Jahrgängen 5 und 6 –  Englisch, Naturwissenschaften, Sport, iPad – einzusetzen, so dass die erworbenen methodischen und fachlichen Kenntnisse im Fachunterricht aufgegriffen werden können.

Erkenntnisse der Lernpsychologie

Lernaufgaben beruhen auf Erkenntnissen der kognitiven Lernpsychologie, die somit das schulische Lernen und Arbeiten erreicht. Im Zentrum steht die Frage, wie Lehr- und Lernprozesse optimal gestaltet werden können. Entscheidend für gelingenden Unterricht ist der Gesichtspunkt, dass die Schülerinnen und Schüler nicht als von außen zu steuernde, passive „Verhaltensautomaten“ behandelt werden, sondern dass Lernen verstanden wird als ein aktiver und konstruktiver Prozess in einem sozialen Miteinander.

Gestaltung von Lernprozessen

Mehrere Unterrichtsstunden umfassende Lernaufgaben werden den Anforderungen und Erkenntnissen der Lernpsychologie gerecht. Sie spielen eine entscheidende Rolle in der Gestaltung von Unterricht, der das Ziel verfolgt, eine differenzierte und individualisierte Herangehensweise an den Lerngegenstand zu ermöglichen. Merkmale von Lernaufgaben sind:

  • Erschließung neuen Wissens, Schließen von Wissenslücken
  • Fehler als Lerngelegenheit
  • Auffassung von Lernen als individueller und kollektiver Konstruktionsprozess
  • Erkundung von unterschiedlichen Strategien um ein Problem zu lösen
  • Förderung fachlicher, methodischer und sozialer Kompetenzen

− > somit Abgrenzung von Leistungs- bzw. Diagnoseaufgaben im ‚herkömmlichen‘ Fachunterricht / in Prüfungssituationen

Kompetenzorientierung

Das Lernen in der Schule soll darauf ausgerichtet sein, die Schülerinnen und Schüler mit dem nötigen Wissen und den nötigen Fertigkeiten auszustatten, welche es ihnen ermöglichen, die Herausforderungen des täglichen Lebens und der Berufswelt kompetent zu meistern.
Das übergreifende Kompetenzziel der Lernaufgabe orientiert sich daher an der Bewältigung einer lebensweltlichen Problem- oder Interaktionssituation. Es ist ganzheitlich und komplex, z. B. die Vorbereitung auf den Besuch eines Austauschschülers aus den USA.
Die Bewältigung einer langfristig angelegten Lernaufgabe erfordert je nach Station sowohl eigenständiges als auch kooperatives Arbeiten. Dabei erfolgt eine Differenzierung sowohl nach Tempo als auch nach Aufgabenumfang: Die Schülerinnen und Schüler durchlaufen die Lernaufgabe in ihrer eigenen Geschwindigkeit und fixieren ihre Fortschritte am Ende jeder Unterrichtsstunde, um den weiteren Prozess selbständig zu planen. Leistungsstärkeren stehen ferner Parallelaufgaben zur Verfügung, wohingegen Leistungsschwächere auf Hilfsangebote zurückgreifen können.
Eigenverantwortliches Arbeiten wird durch die Konzeption der Lernaufgabe auch insofern betont, als Lösungsvorschläge zur Selbstkontrolle bereitstehen und Mitschülerinnen bzw. Mitschüler als Experten im jeweiligen Hauptfach fungieren – die Lehrkraft ist nicht die erste Instanz, um Schwierigkeiten zu überwinden.
Am Ende der Aufgabe, bei der die Schülerin bzw. der Schüler auf seinem individuellem Niveau unterschiedliche Lernprozesse durchläuft, steht ein auswertbares Lernprodukt, für das sich die Lernenden nach einer Präsentation ein kriterienbasiertes Feedback geben.

Themen und Inhalte

Die gesamte Aufgabe wird von einem übergreifenden Thema bestimmt, welches an die Erfahrungswelt der Lernenden, an ihre lebensweltliche Situation anschließt, und somit für sie bedeutsam, sinnstiftend und authentisch ist. Die Inhalte der Lernaufgabe stehen in enger Verbindung zum Fachunterricht, den sie vertiefen und erweitern.

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